Heimspiel mit Herz: Warum Saalfelden Leogang für die Mountainbike-Elite etwas ganz Besonderes ist

Wenn sich vom 11. bis 14. Juni 2026 die besten Mountainbiker der Welt in Saalfelden Leogang treffen, steht einmal mehr eines der Highlights der WHOOP UCI Mountain Bike World Series auf dem Programm. An vier Tagen werden Weltcuprennen in den Formaten Downhill, Cross-Country Olympic (XCO), Short Track (XCC) und Enduro ausgetragen. Damit gehört Saalfelden Leogang weiterhin zu den traditionsreichsten und vielseitigsten Austragungsorten im internationalen Mountainbike-Kalender.

Doch was macht diesen Weltcup für die Sportler:innen so besonders? Die Antworten liefern jene, die Jahr für Jahr auf den Strecken um Bestzeiten kämpfen.

Vali Höll: Dankbarkeit für den Heimweltcup

Für Österreichs Downhill-Aushängeschild Vali Höll könnte die Saison kaum besser begonnen haben. Mit einem Weltcupsieg in Südkorea und zuletzt auch in Frankreich startete die Salzburgerin erfolgreich in ihr neues Kapitel mit neuem Team und neuem Material.

„Mein neues Team und mein neues Bike – alles hat in Südkorea schon super funktioniert. Ich habe ein gutes Momentum mitnehmen können und fühle mich in meinem neuen Bike-begeisterten Umfeld unheimlich wohl. Die Vorfreude auf alle Rennen, die kommen, ist groß.“

Besonders emotional wird für die Weltmeisterin jedoch jedes Jahr das Heimrennen in Leogang. Für Höll geht die Bedeutung weit über den sportlichen Wettbewerb hinaus: „Es ist so krass, bis mindestens 2030 einen Heimweltcup und noch dazu eine Heim-WM zu haben. Dafür sind wir sehr dankbar.“

 

Andreas Kolb: „Wahrscheinlich das bestorganisierte Rennen des Jahres“

Für Andreas Kolb zählt Leogang seit Jahren zu den absoluten Höhepunkten im Weltcupkalender. Der Sieger von 2023 hebt vor allem die Menschen hinter der Veranstaltung hervor:

„Die Veranstalter in Leogang sind unheimlich innovativ. Es braucht für uns Sportler:innen genau diese Menschen, die so Gas geben. Die Rennen sind alle Jahre perfekt organisiert und das große Highlight für mich.“

Besonders beeindruckt ihn die Leidenschaft des gesamten Teams hinter dem Event: „Man sieht einfach, es ist alles durchdacht und es passt immer alles. Wahrscheinlich das am besten organisierte Rennen, das wir im Jahr fahren.“

Neben der Organisation schwärmt Kolb auch von der einzigartigen Atmosphäre und der legendären Speedster-Strecke:

„Dazu kommt die unglaubliche Atmosphäre über das gesamte Wochenende und natürlich die Aussicht auf die Berge rund um Leogang. Die Speedster-Strecke selbst ist extrem abwechslungsreich: große Kurven, technische Sektionen, Highspeed am Motorway und unten der steile Wald – da ist wirklich alles dabei und die Strecke fordert jeden Rider.“

Die Zielsetzung für das Heimrennen ist klar formuliert: „Naja, im Endeffekt will ich jedes Rennen, wo ich am Start stehe gewinnen, von dem her wird es auch dieses Jahr wieder das Ziel sein Leogang, nachdem mein Sieg schon drei Jahre her ist, zu gewinnen.“

Und wenn Kolb den Weltcup in einem Satz beschreiben müsste?

„Weltcup Leogang ist für mich ein Spektakel für jedermann und etwas, das man unbedingt einmal gesehen haben sollte.“

Laura Stigger: Inspiration für die nächste Generation

Auch Cross-Country-Ass Laura Stigger blickt dem Heimweltcup mit großer Vorfreude entgegen. Die Tirolerin weiß aus eigener Erfahrung, welche Bedeutung internationale Rennen im eigenen Land für junge Talente haben können.

„Ich war selbst in Saalfelden damals bei der WM am Streckenrand dabei und weiß, welche Motivation es mir als junge Nachwuchsfahrerin gegeben hat, meine Stars auf der Strecke zu sehen. Heimweltcups zu haben ist wichtig für die Jugend.“

Nach einem schwierigen Vorjahr möchte Stigger 2026 wieder angreifen: „Letztes Jahr ist es nicht ganz so gut gelaufen, aber wir haben daraus gelernt. Heuer möchte ich wieder Vollgas geben.“

Dass sie dabei mit viel Selbstvertrauen anreisen wird, unterstreicht ihr jüngster Weltcupsieg in Nové Město. Zudem verbindet sie zahlreiche positive Erinnerungen mit Leogang:

„Ich freue mich schon sehr und habe so viele gute Erinnerungen. Ich habe im Bikepark Leogang meine erste Top-Drei-Platzierung im XCO-Weltcup vor Familie, Freunden und heimischem Publikum feiern dürfen.“

Die besondere Energie eines Heimrennens beschreibt sie treffend: „Es ist immer speziell, vor heimischem Publikum Rennen zu fahren. Daraus ergibt sich immer eine Extra-Motivation, um das Letzte aus sich rauszuholen.“

Mona Mitterwallner: Der Weltmeistertitel als unvergesslicher Moment

Für Mona Mitterwallner ist Leogang ebenfalls eng mit einem ihrer größten Karriereerfolge verbunden: „Mein bester Leogang-Moment bisher war definitiv mein Junioren-Weltmeistertitel 2020, mein erstes Regenbogentrikot und das in der Heimat.“

Ein Satz, der zeigt, welchen emotionalen Stellenwert die Region für Österreichs Mountainbike-Stars besitzt.

Greg Callaghan: „Die Fans machen einen riesigen Unterschied“

Nicht nur die heimischen Athlet:innen schätzen den Weltcup in Saalfelden Leogang. Enduro-Routinier Greg Callaghan zählt den Stopp seit Jahren zu seinen Favoriten im Kalender.

„Die Vielfalt der Stages macht Saalfelden Leogang für mich als Enduro-Rider zu einem ganz besonderen Stopp. Von langsam und technisch bis schnell und flowig bekommt man in Leogang normalerweise einfach alles geboten.“

Besonders die Zuschauer entlang der Strecke bleiben ihm in Erinnerung: „Die Fans entlang der Strecke machen einen riesigen Unterschied, besonders auf den langen Stages, wenn der Körper schon schreit und dich die Stimmung trotzdem weiter pusht.“

Was den Standort letztlich von vielen anderen Weltcup-Stationen unterscheidet, fasst Callaghan mit einem Augenzwinkern zusammen: „Was Saalfelden Leogang aber wirklich von anderen Stopps abhebt, ist die unglaubliche Kulisse … und natürlich das Schnitzel!“

Mehr als ein Weltcup

Die Aussagen der Athlet:innen zeigen eindrucksvoll, warum Saalfelden Leogang seit Jahren zu den beliebtesten Stationen der WHOOP UCI Mountain Bike World Series zählt. Es sind nicht nur die anspruchsvollen Strecken oder die perfekte Organisation, die den Standort auszeichnen. Es sind die Erinnerungen, die hier entstehen, die Begeisterung der Fans und die besondere Atmosphäre eines Heimrennens.

Wenn sich die Weltelite im Juni erneut in Österreichs größter Bike-Region trifft, dürfen sich Sportler und Fans gleichermaßen auf vier Tage voller Emotionen, Spitzensport und unvergesslicher Momente freuen.

Bilder: Patrick Wasshuber, Stefan Voitl, Andreas Putz, Moritz Ablinger, Sebastian Astl