Die erste (richtige) Musikwanderung in Saalfelden Leogang

Musikwanderungen scheinen unter keinem guten Stern bei uns zu stehen. Den ersten Versuch starteten wir letzten Sommer im Rahmen des 40. Jazzfestival Saalfelden. Leider fiel diese Premiere sprichwörtlich ins Wasser und so konnten die Musikanten nur während der Gondelfahrt und in der Alm spielen. Heuer wagten wir einen zweiten Versuch bei der ALM:KULTUR. Und natürlich sagte der Wetterbericht Regen und Wind an. Trotzdem wollten wir sie durchziehen und wir wurden belohnt!

Glaube kann Berge versetzen - oder eben den Regen verschwinden lassen

Wie schon erwähnt, stand auch dieser zweite Versuch einer Musikwanderung auf wackeligen Beinen. Der Wetterbericht war mieserabel mit nur einen kleinen Chance auf eine trockene Wanderung. Wir ließen uns davon nicht abschrecken und glaubten fest daran, dass wir die Veranstaltung durchführen können. Und wider aller Erwartungen trat genau das ein: In der Früh schüttete es noch aus Kübeln, doch um 9:30 Uhr hörte der Regen auf und es fing auch nicht mehr an. Was uns noch mehr freute war, dass sich ca. 20 motivierte Wanderer und Musikliebhaber nicht vom Wetterbericht abschrecken ließen und sich um 11 Uhr beim Treffpunkt einfanden.

Und was ist jetzt eine Musikwanderung?

Bei einer Musikwanderung wandert man gemeinsam mit den Musikanten durch unsere wunderschöne Bergwelt, lässt die Natur auf sich wirken und an besonderen Wegpunkten wird innegehalten und die Musiker verweben die Umgebung mit ihrer Musik. Ach, das klingt ja super kitschig. Aber genau das ist es. Die Wanderung führte uns vom Einsiedelei-Parkplatz hoch zur Steinalm. Die Musikanten gingen schon etwas früher voraus und sobald sie merken, dass wir nicht mehr weit vom ersten Halt entfernt waren, fingen sie schon an zu spielen. So hörten wir sie schon, bevor wir sie sahen. Die Klänge konnten wir nicht gleich zuordnen, suchten unsere Umgebung ab und gingen den Tönen auf die Spur. Dann entdeckten wir sie, hinten in einer Höhle. Und die Musik war so ganz anders als man es für gewöhnlich von Musik am Berg erwartet. Ich dachte sofort "JAZZ". Und auch wenn man sich das nicht vorstellen kann, passt Jazz wunderbar in unsere Bergwelt. Besonders an einem eher wolkenverhangenen Tag, der von schwüler Luft und ein paar Sonnenstrahlen bis kalten Wind und Nieselregen alles zu bieten hat. Genauso vielseitig wie das Wetter war auch die Musik.

4 Mini-Konzerte am Weg und 1 letztes Stück bei der Alm

Insgesamt vier kurze Konzerte spielten die Musiker während der Wanderung. Diese dauerten immer so zwischen 15 und 30 Minuten. Dann wurde wieder 15 bis 20 Minuten gewandert. Jede Station hatte ihre Besonderheiten und auch die Musik passte sich der veränderten Umgebung an. Es war eine gelungene Mischung, die gleichzeitig zum Verweilen und Entdecken einlud. Das fanden auch ein paar Wanderer, die spontan bei uns stehen blieben um zuzuhören. Das letzte Stück wurde dann auf der Steinalm gespielt.

Was auf der Alm nicht fehlen darf

Das Beste an einer ALM:KULTUR - und besonders an einer Musikwanderung - ist die Stärkung auf der Alm. Ob nun eine Kaspressknödel-Suppe, ein belegtes Brot oder ein Stück Kuchen, nur mit einer echten Hütteneinkehr macht das Wandern wirklich Spaß - finde zumindest ich ;-).

 

Und wann ist die nächste Musikwanderung?

Ja, irgendwie ist es schon gemein. Ich schwärme euch hier von einer Musikwanderung vor, die schon stattgefunden hat. Doch das war nicht die letze dieser Art in diesem Sommer bei uns in Saalfelden Leogang. Während dem JAZZ SAALFELDEN WEKKENDER von 20. bis 23. August 2020 finden drei weitere Musikwanderungen statt - genannt "We Hike Jazz". Nähere Informationen dazu findet ihr bald unter www.jazzsaalfelden.com

 

 

Bilder: Michael Geißler