Rezept: Moosbee-Nudl

Wenn ich mich im Sommer für ein Lieblingsessen entscheiden müsste, dann wären es die Moosbee-Nudl!

Bevor ich mit dem Rezept anfange, sollte ich euch den Begriff Moosbee-Nudl wohl noch übersetzten. Moosbee sind wilde Heidelbeeren, die im Sommer in unseren Wäldern wachsen. Der Name kommt daher, weil es Beeren (umgangsprachlich "Bee") sind, die moosigen Waldboden bevorzugen. Diese Beeren werden gesammelt und dann zu den köstlichsten Speisen verarbeitet: Moosbee-Muas, Moosbee-Marmelade, Moosbee-Schmarrn und eben zu Moosbee-Nudl! Wie ihr letzteres zubereitet, verrate ich euch hier.


Bevor es losgeht

Moosbee findet man in fast jedem Wald bei uns in Saalfelden Leogang. Sie mögen wie gesagt den moosigen Waldboden und man findet sie im Juli und im August. Zuerst werden sie herunten im Tal reif und Ende August findet man sie dann in den höheren Lagen. Und das besondere: Es gibt sie nicht zu kaufen. Man muss sie sich selber sammeln. Erschwerend kommt dazu, dass niemand seine Plätzchen zum Sammeln verrät - gleich wie bei den Pilzen. Aber der Aufwand lohnt sich wirklich! Beim Sammeln in höheren Lagen heißt es auch vorsichtig sein. Es gibt nämlich noch eine Beeren-Art, die den Moosbee zum Verwechseln ähnlich sehen: die Nebelbeeren. Auf den ersten Blick sehen sie gleich aus, aber die Nebelbeeren sind weiß, wenn man sie zerdrückt und nicht blau-violett. Grundsätzlich gilt in Österreich beim Sammeln von Pilzen und Beeren, dass diese unter dem Eigentum des Waldbesitzers stehen. Man darf sie allerdings sammeln, solange der Besitzer es nicht ausdrücklich (durch Schilder oder Hinweise) untersagt.

Tipps für die Zubereitung:

Für diese typische Pinzgauer Hausmannskost braucht man viel Gefühl. Leider kann ich euch diesmal keine Mengenangaben bereitstellen, denn es ist nicht immer gleich. Man braucht nicht viele Zutaten: nur Moosbee, Mehl, Milch, Salz, Zucker und Butterschmalz. Man nimmt so viel Mehl, dass alle Beeren gut bestäubt sind und so viel Milch, dass das Mehl sich gut damit verbindet. Ganz wichtig: Die Milch muss unbedingt kochen, wenn man sie dazugibt. Sollte man etwas zu viel Milch erwischt haben, kann man noch mit etwas Mehl nachjustieren. Aber lieber etwas zu wenig nehmen, denn sonst werden die Nudl zu teigig. In die Masse kommt dann noch eine Prise Salz. Herausgebacken werden sie eher langsam und dabei regelmäßig gewendet. Erst am Teller kommt dann der Zucker dazu.

Zutaten:

  • Moosbee
  • Mehl
  • Milch
  • Salz
  • Zucker
  • Butterschmalz


Zubereitung:

  1. Das Mehl Löffel für Löffel zu den Beeren geben und vermengen. Es ist genug Mehl, wenn alle Beeren gut bestäubt sind.
  2. Eine bis zwei Prisen Salz dazugeben und gut durchmischen.
  3. Etwas Milch zum Kochen bringen, zum Beeren-Gemisch dazugeben und umrühren. Es sollte alles zusammenhalten, aber nicht zu viel Teig werden. Man erkennt es ganz gut am Bild.
  4. Butterschmalz auf voller Hitze in einer Pfanne erhitzen.
  1. Portionen des Teiges in die Pfanne setzen. Wenn die einzelnen Nudl dann zusammenhalten, auf mittlere Hitze reduzieren.
  2. Die Nudl regelmäßig in der Pfanne wenden. Gut darauf achten, dass sie nicht anbrennen. Das sieht man schwer, da die Nudl an sich schon schwarz sind, aber man riecht es.
  3. Zucker auf den Teller streuen.
  4. Die fertigen Nudl auf den gezuckerten Teller setzten und nochmal mit Zucker bestreuen.

Wenn es beim ersten Mal noch nicht so gelingt, nicht verzweifeln. Ein bisschen Übung ist gefragt, aber ihr werdet sehen - es gibt nichts Besseres als Moosbee-Nudl!

Eure Kristina

Bilder: Michael Geißler & Kristina Seer