MUSIK, KULTUR UND BRAUCHTUM IN SAALFELDEN LEOGANG

Montag, 03.05.2021

MUSIK, KULTUR UND BRAUCHTUM IN SAALFELDEN LEOGANG

Tradition und Genuss mitten in den Bergen

Auch in Corona-Zeiten ist Kultur möglich: mit viel Abstand, draußen im Freien und einem richtigen Veranstaltungskonzept. Zurecht ist Saalfelden Leogang, abseits der wunderschönen Berge und Almwiesen, auch ein besonderer Ort für Kulturinteressierte. Denn die kontrastreichste Region der Alpen bietet in diesem Sommer ein abwechslungsreiches Musik- und Kulturprogramm.
Neben dem berühmten Internationalen Jazzfestival Saalfelden gibt es die neu installierten TONspur-Inseln, das Theaterfestival VOLXOMMER, das Kunsthaus Nexus oder die Möglichkeit, Einblicke in die Geschichte des Bergbaues zu bekommen. Und auch die alljährlichen Bräuche kehren zurück in die Region. Von der Sommersonnenwende, dem Bauernherbst bis zur „Saalfeldner Holzmusi“ erwartet die Gäste ein vielfältiger Mix aus Tradition und bäuerlichem Leben. 

 

Internationales Jazzfestival mit breitgefächertem Musikprogramm und viel Abwechslung
Künstler aus der ganzen Welt machen Saalfelden zur sehenswerten Musikstadt in den Bergen. In der dritten Augustwoche findet das legendäre internationale Jazzfestival statt. Vom 16. bis zum 22. August 2021 erobern weltbekannte und nationale Jazz-Musiker sowie Newcomer die Bühnen. Die Auswahl an Jazz-Stilrichtungen, die bei rund 60 Konzerten zu hören sind, ist breit gefächert und abwechslungsreich. Künstler wie zum Beispiel Anna Högberg, KUU!, das Kaja Draksler Octet und Chuffdrone treten auf verschiedenen Bühnen auf. Es gibt Konzerte im Freien, in den Bergen und im Nexus sowie musikalische Wanderungen und sogar Bike-Touren. Der Stadtpark verwandelt sich in eine riesige Outdoor-Bühne und auf der Bühne im Congress Saalfelden treten nationale sowie internationale Acts auf. 
Besucher können mit einer vorherigen Registrierung an den Konzerten teilnehmen. Die Hälfte der Konzerte ist sogar kostenlos. Für dieses Jahr steht ein umfangreiches Sicherheitskonzept inklusive Hygienemaßnahmen zur Verfügung, sodass die Veranstaltung nach aktuellem Stand – wie geplant – stattfinden kann. 

 

Naturkino und TONspur-Inseln: 365 Tage naturnaher Musikgenuss 
Die Region Saalfelden Leogang punktet auch mit einem umfangreichen Kultur-Programm im Freien. Natur erleben, Sinne schärfen und dabei Kultur genießen – das geht am Asitz in Leogang. „Hinsetzen, genießen und dem Alltag entfliehen“, lautet das Motto des einzigartigen Naturkinos mit verschiedenen Panorama-Plateaus. Auf den Plateaus befinden sich gemütliche Liege-Inseln aus Holz und Hängematten. Wanderer erreichen dieses besondere Schauspiel mit der Asitzbahn, der Steinbergbahn, über Leo’s Spielewanderweg oder über den großen Asitz.
Unterwegs auf der Wanderung gelangt man auch zu den 2020 fertiggestellten fünf TONspur-Inseln. Sie liegen zwischen der Bergstation und dem Gipfel Asitz, entlang des Wanderwegs und sind vor allem für Musik-Fans ein wahres Erlebnis, denn dort kann man Live-Mitschnitte der TONspur-Konzerte aus dem Vorjahr anhören. Diese TONspur-Inseln bestehen aus Holzliegen, die die Möglichkeit bieten, die Natur noch erlebbarer zu machen. Ihre Handhabung passt sich den vorherrschenden Wetterbedingungen an: Die Liegen können bei Sonnenschein mittels Rollen aus der überdachten Station herausgezogen werden, bei Regen gibt es eine Überdachung. Vier der fünf Inseln wurden mit Blick auf die jeweilige Himmelsrichtung platziert. Die fünfte Insel befindet sich an einer ruhigen Stelle mitten im Wald. Ein entsprechendes Soundsystem, optische Details sowie ein gutes Gespür für die Natur waren bei der Errichtung ebenso wichtig. Reiner Musikgenuss in freier Natur also und das 365 Tage im Jahr.
Diese Attraktion in der freien Natur ist so unbeschreiblich schön, dass die TONspur-Inseln 2020 sogar den Österreichischen Kunstsponsoringpreis MAECENAS erhielten. 2021 finden die beliebten TONspur-Konzerte am Asitz vom 1. Juli bis zum 19. August statt. An fünf Donnerstagen im Sommer spielen Bands und Musiker unterschiedlicher Genres auf einer Bühne mit atemberaubender Berg-Kulisse. Bei gutem Wetter genießt man die Konzerte bei Sonnenuntergang auf einer Outdoor-Bühne am Fuße des Großen Asitz und bei Schlechtwetter wird in das Asitz Bräu geladen. Das Blechbläserensemble Mnozil Brass, Angelika Kirschlager & Pianist, Marianne Mendt & Band, sowie Kapelle So&So und das Oktett der Münchner Philharmoniker kommen in diesem Jahr zum Auftritt.

 

VOLXOMMER Theaterfestival: Performances für Kids, Jugendliche und Erwachsene 
Theaterproduktionen und Tanzperformances spielen auch in Saalfelden Leogang eine bedeutsame Rolle. 2021 feiert das Theaterfestival VOLXOMMER sein 5-jähriges Jubiläum. Vom 26. Juli bis 15. August 2021 findet unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ in Saalfelden, Leogang und Lofer ein abwechslungsreiches Kulturprogramm statt. Das vielfältige Angebot reicht von Workshops, Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Zirkus- und Tanzperformances bis hin zu Publikumsgesprächen und Konzerten. Die Veranstaltung wurde 2014 vom Kulturverein Freiraum und dem Theater ecce ins Leben gerufen. 

 

Kunsthaus Nexus mit zahlreichen Kunst- und Kulturveranstaltungen
Das Kunsthaus Nexus wurde 2002 eröffnet und ist seitdem wichtiger Bestandteil der Pinzgauer Kunst- und Kulturszene. Besucher erwartet ein vielseitiges Programm: Jede Menge an Jazz-, Blues-, Rock und Metal-Konzerten, ein Gschnagga-Theater für die Kids, Clubbings und Bandconteste, ein Programmkino und zahlreiche Literaturvorträge und Kabaretts stehen hier zur Auswahl. 

 

Schaubergwerk: auf Mineraliensuche durch einen künstlich angelegten Stollen 
Wer mehr über den Bergbau erfahren möchte, der sollte das Schaubergwerk Leogang besuchen. Es wurde 1989 eröffnet und umfasst die Geschichte des Bergbaus, die bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Mit gut geschulten Führern geht es für die Gäste auf dem Fußweg durch einen weitverzweigten Grubenbau. Teils gebückt, teils im Gänsemarsch führt die abenteuerliche Reise durch enge Stollen direkt in die Vergangenheit und gibt einen Einblick in die harte Arbeit der Bergmänner, die damals hier Silber, Kupfer, Nickel, Blei, Kobalt und Quecksilber gewannen.  Außerdem führt seit diesem Jahr eine alte Bahn, die einst Bergbauleute und abgebaute Schätze beförderte, die kleinsten Besucher durch einen neuen künstlich angelegten Stollen.  
Einen erlebnisreichen Besuch im Schaubergwerk lässt man am besten in der gemütlichen Knappenstube ausklingen. Dort genießt man die heimische Küche, entdeckt interessante Grubenkarten und kann das eine oder andere Bergbau-Souvenir ergattern. Führungen werden von Mai bis Oktober angeboten, festes Schuhwerk und warme Kleidung sind erforderlich. 

 

Bergbau- und Gotikmuseum und Museum Schloss Ritzen: Mineralien und Krippen
Ein besonderes Ausflugsziel ist das Bergbau- und Gotikmuseum Leogang. In der Ausstellung erhält man Einblicke in die Blütezeit des Leoganger Bergbaues. Für den berühmten Salzburger Silbertaler wurde das Silbererz abgebaut. Dazu kamen Kupfer, Kobalt, Nickel, Quecksilber und Blei. Im Mineralienkabinett können seltene Mineralienarten bewundert werden. Das Museum beherbergt auch sakrale Kunst, wie unter anderem die „Schöne Madonna“, eine gotische Heiligenfigur aus dem Alpenraum, die bereits 1410 angefertigt wurde.
Seit 2020 gibt es im Museumsgebäude sogar eine eigene Bibliothek. Und in diesem Jahr kann man die Sonderausstellung von „Das Pinzgauer Rind – ein Kulturgut des Landes“ besuchen, gestaltet von Stefan Gimpl. Sie gibt Einblicke über die regionale und kulturelle Bedeutung der Rinderzucht. 
In diesem Jahr gehört das Bergbau- und Gotikmuseum Leogang zu den 27 europäischen Museen, die für den Europäischen Museumspreis 2021 nominiert sind. Die Preisverleihung findet Anfang Mai statt. 
Die Region Saalfelden Leogang ist umgeben von vier edlen Schlössern. Eines davon ist Schloss Ritzen, das auch ein Museum umfasst, in dem die bedeutendste und größte Krippensammlungen Österreichs sowie heilige Schätze vorzufinden sind. 
Neben der barocken Kirchenkrippe gibt es auch eine orientalische Großkrippe und die Saalfelder Heimatkrippe des berühmten Krippenbauers Alexander „Xandi“ Schläffer aus Saalfelden.
In früherer Zeit war das Schloss unter dem Namen „Grub bei Saalfelden“ bekannt. 1603 kam die Schlossanlage unter den Besitz von Freien Haimeram von Ritz, der zum Namensgeber des prunkvollen Baues wurde. Für die Erhaltung der Burganlage sorgte dann ab 1968 die Stadtgemeinde Saalfelden. Die Krippenausstellungen, die römischen Fresken, die einen Fund römischer Wandmalerei präsentieren sowie die Saalfeldner Geschichte sind Dauerausstellungen, die das ganze Jahr über im Museum Schloss Ritzen besucht werden können. 

 

Einsiedelei: idyllischer Wanderweg mit traumhaftem Blick auf die Leoganger Bergwelt
Die Einsiedelei – auf 1.006 Höhenmetern – wird auch als „Rastplatz der Seele“ bezeichnet. Sie ist eine der letzten bewohnten Eremitagen Europas und wurde im 17. Jahrhundert in den Felsen oberhalb des Schlosses Lichtenberg gebaut. Zudem beherbergt sie auch eine kleine Kapelle. Zur Einsiedelei führt ein Wanderweg, der sich gut mit der gesamten Familie meistern lässt. Oben angekommen wird man von einem herrlichen Ausblick auf Saalfelden und den Leoganger Bergwelt sowie dem Steinernen Meer belohnt. 

 

Sommersonnenwende: mystisches Alpen-Schauspiel mit glimmernden Bergfeuern
Brauchtümer und Traditionen haben in der Region Saalfelden Leogang einen großen Stellenwert. Zum Beispiel am 19. Juni, wenn zur Sommersonnenwende die Pinzgauer Berge brennen – eine Tradition aus frühchristlicher Zeit. Das Feuer soll das Sonnenlicht nachbilden und beschwören, um die bösen Geister zu vertreiben. Für Felder und Wiesen wird damit auch ausreichend Wachstum und Fruchtbarkeit gebracht. Am Abend des 19. Juni 2021 erleuchten dann die Konturen der Leoganger Steinberge sowie des Steinernen Meers, an den Berghängen sieht man beeindruckende Symbole und Formen. 

 

Bauernherbst, Trachtenoutfits, Kreativ-Laden und „Saalfeldner Holzmusi“
Der Bauernherbst beginnt Ende August und ist in der Region Saalfelden Leogang die fünfte Jahreszeit. In dieser Zeit stehen gutes Essen, Genuss und die hervorgebrachte saisonale Ernte im Fokus. Im Rahmen des Bauernherbstes hat man die Gelegenheit, das traditionelle bäuerliche Leben bei Handwerksvorführungen, Wanderungen, Kochkursen, Erntedankfesten, Almabtrieben und Brauchtumsveranstaltungen kennenzulernen. Bei den jeweiligen Veranstaltungen gibt es ausreichend Sicherheitskonzepte und Hygienemaßnahmen.
Wer zu jedem traditionellen Anlass das passende Outfit tragen möchte, der sollte die kleine Trachten-Manufaktur in Saalfelden besuchen. Dort werden Dirndl in Handarbeit von der seit mehr als 30 Jahren tätigen Schneiderin Regina Wienerroither hergestellt. Sie ist auch Erfinderin des Stretch-Dirndls, ein einzigartiges Dirndl aus Stoffen mit Stretch-Anteil, aus Loden, Leinen und aus bedruckter Baumwolle.
Ein kreatives Mitbringsel für die Verwandtschaft zu Hause lässt sich im Kreativ-Laden Leogang schnell und unkompliziert besorgen. Dort gibt es handgemachte Kunstwerke aus Holz und einen wunderschönen Garten, der auch im Sommer im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Auf dem 740 Quadratmeter großen Grundstück kann man sich neue und innovative Ideen für das eigene Zuhause holen. Produkte aus Zirbenholz werden zudem im Kreativ-Laden hergestellt. Sie sorgen für ein besseres Raumluftklima und haben eine wohltuende Wirkung auf die Gesundheit.
Ein besonderes musikalisches Erlebnis ist die „Saalfelnder Holzmusi“, die man bei Brauchtumsfesten und Hochzeiten antrifft. Das Besondere daran: Es wird ausschließlich mit aus Holz gefertigten Instrumenten gespielt, die Fabelwesen und Tiere darstellen sollen. Die Musiker treten zum Beispiel mit Holzinsturmenten aus Schlangen und Drachen auf und sind dabei in Lederkniebundhosen mit hellblauen Stutzen, einer roten Weste und einem schwarzen Hut samt roter und weißer Federn gekleidet. Die Künstler spielen traditionelle Volkmusik und benötigen keine Noten. Nach Gehör und Gefühl wird Musik durch Schlagen, Streichen und Klappern erzeugt.

 

Direktvermarkter: reichhaltige Produkte für den Genuss vor Ort und für Zuhause 
In der Region Saalfelden Leogang gibt es eine Vielzahl an Bauernhöfen, die ihre Produkte direkt vermarkten. Hier steht nicht nur der eigene Genuss im Vordergrund, sondern auch das kulinarische Mitbringsel als wertvolle Urlaubserinnerung.  Neben Eiern, Brot, Käse und Milch gibt es auch Schnäpse und Spirituosen sowie Alpaka- und Schafwollprodukte. Im Dorfladen Leogang findet man zum Beispiel eine große Auswahl an Pinzgauer Schmankerl – unter anderem die Leoganger BIO-Wurst und Fleischprodukte. Der „Gerstbodner Troadladl“, der Hofladen des Zieferhof, ist zudem bekannt für seine Milch- und Getreideprodukte. Und der HPH anno 1905, ein Dorfladen, der aus einem ehemaligen, liebevoll umgestalteten Pferdestall entstanden ist, wurde schon mehrmals für seine hauseigene Butter prämiert. 
Ein weiterer Tipp ist der Stechaubauer-Biohof. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit: Hier gibt es immer frisches Biogemüse. In der Gemüsehütte, einem Selbstbedienungsautomaten, in der man via Touchscreen sein Gemüse auswählt und sich anschließend aus dem entsprechenden Fach zieht.
Seinen Durst und die Vorliebe für Schnaps stillt man am besten in der Kleinbrennerei Tribuser. Dort kann man Brände aus Himbeeren und Vogelbeeren kaufen und verkosten. Interessant ist auch ein Blick in die Brennstube. Eine Besonderheit sind die Sanddorn-Produkte, denn der Sanddorn wird vor Ort angebaut. Wer Lust auf noch mehr Hochprozentiges hat, sollte in Herzogs Schnapsbrennerei einen Tour-Stopp einplanen: In einer der modernsten Brennanlagen Europas werden neben Edelbränden auch Pinzgauer Gin und Vodka hergestellt.
 


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