Nicht Bremse, sondern Beschleuniger: Klimaschutz als Zukunftsstrategie für unsere Destination Saalfelden Leogang
Nicht Bremse, sondern Beschleuniger: Klimaschutz als Zukunftsstrategie für unsere Destination Saalfelden Leogang
Klimaschutz ist keine Einschränkung für den Tourismus, sondern eine zentrale Zukunftsstrategie für resiliente und attraktive Destinationen. Gemeinsam mit Partner:innen aus der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Menschen vor Ort entwickelt die Tourismusdestination Saalfelden Leogang im Rahmen der Fokusjahre konkrete Lösungen für die nachhaltige Weiterentwicklung der Region.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist die aktuelle Gondelbefragung am Asitz in Leogang, die im Februar 2026 durchgeführt wurde. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Protect Our Winters (POW) – einer international tätigen Klima-NGO. Saalfelden Leogang geht damit einen neuen Weg: Die Region holt bewusst kritische und engagierte Stimmen aus der Zivilgesellschaft an den Tisch.
Die Befragung erfolgte auf Deutsch und Englisch durch ein Team aus Freiwilligen von POW und erzielte über 500 Rückmeldungen. Sie untersucht, wie Einheimische, Tagesgäste und Urlauber:innen klimatische Veränderungen in der Region wahrnehmen, welche Erwartungen sie an eine zukunftsfähige Tourismusdestination haben und welche Rolle Klimaschutz für ihre Reiseentscheidungen spielt.
Ergebnisse der Gondelbefragung
Die Befragung zeigt deutlich, dass der Klimawandel im Bewusstsein der Skigäste angekommen ist: Insgesamt 81 % der Befragten geben an, beim Skifahren zumindest gelegentlich darüber nachzudenken (43 % der Befragten häufig und 38 % gelegentlich). Gleichzeitig hat die Schneesicherheit einen entscheidenden Einfluss auf das Reise- und Buchungsverhalten – über die Hälfte der Teilnehmenden würde bei schlechteren Bedingungen auf schneesichere Skigebiete ausweichen, viele können sich zudem eine Anpassung ihres Reisezeitpunkts vorstellen. Neben der Schneelage spielen auch Natur- und Landschaftsqualität sowie Erreichbarkeit eine wichtige Rolle bei der Wahl der Destination. Die Befragung stieß auf überwiegend positive Resonanz und zeigt, dass sich die Befragten mehr Klimaschutzmaßnahmen wünschen. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die hohe Relevanz von Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung für die Zukunft des Wintersports und der Region.
Die Ergebnisse der Befragung werden am 15. April bei einer öffentlichen Abendveranstaltung im Congress Saalfelden im Rahmen der Fokusjahre unter dem Titel „Tourismus im Wandel: Was bringt Klimaschutz wirklich?“ präsentiert (keine Anmeldung erforderlich) und fließen in den Abschlussbericht des Projekts ein. Außerdem bilden sie eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte in der Produktgestaltung und in der Nachhaltigkeitsstrategie der Destination.
Zitate der Akteur:innen:
Statement Marco Pointner (Geschäftsführer Saalfelden Leogang Touristik GmbH) „Zukunftsfähiger Tourismus entsteht nicht im Alleingang – unser Anspruch ist es, ihn aktiv ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich weiterzuentwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit innovativen Partnern und den offenen Dialog bringen wir unterschiedliche Perspektiven zusammen, erkennen frühzeitig Chancen und schaffen damit nicht nur eine resiliente und zukunftsfitte Destination, sondern auch einen klaren wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil.“
Statement von Robert Steiger (POW Science Alliance)
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die häufiger werdenden schneearmen Perioden (weiße Piste in grüner Landschaft) negativ wahrgenommen werden und dies das persönliche Skierlebnis beeinflusst. Daher ist es nicht überraschend, dass rund die Hälfte der Befragten in schneearmen Perioden künftig eher Skigebiete wählen würden, die das Wintererlebnis weiterhin anbieten können. Dies zeigt, dass Klimawandel trotz leistungsfähiger Beschneiungsanlagen einen negativen Effekt auf die Nachfrage haben könnte und unterstreicht die Wichtigkeit von Winterprodukten, die auch ohne Schnee funktionieren.”
Statement Christina Stahl (POW Bildungsprogramm, in der Region aufgewachsen) „Die Auswirkungen des Klimawandels sind in unserer Region längst schon Realität – sie sind deutlich spürbar und sichtbar. Einfach wegzuschauen ist keine Option mehr. Es braucht jetzt entschlossenes Handeln und gemeinsame Lösungen. Die Gondelbefragung zeigt einmal mehr, dass das Bewusstsein für dieses Thema in der Bevölkerung als auch bei den Gästen stark ausgeprägt ist und sich weit mehr Menschen damit auseinandersetzen, als häufig angenommen wird.“
Fokusjahre als gemeinsamer Entwicklungsprozess
Mit den Fokusjahren verfolgt die Saalfelden Leogang Touristik GmbH das Ziel, die eigene Nachhaltigkeitsstrategie bis Ende 2026 mit lokalen Erkenntnissen aus Stakeholder-Workshops, wissenschaftlichen Befragungen und öffentlichkeitswirksamen Diskussionsrunden zu erweitern. Damit entsteht ein weiterer wichtiger Baustein für die Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Region – und zugleich die Grundlage für die nächste erfolgreiche Zertifizierung mit dem Umweltzeichen Mitte 2027.
Workshop und öffentliche Abendveranstaltung im April
Der zweite Workshop der Fokusjahre Saalfelden Leogang findet am 15. April 2026 statt und widmet sich der Frage, wie Klimaschutz in der Region strategisch, wirksam und sichtbar umgesetzt werden kann. Im Anschluss an den Workshop lädt Saalfelden Leogang von 18–20 Uhr in den Congress Saalfelden zu einer öffentlichen Abendveranstaltung unter dem Titel „Tourismus im Wandel: Was bringt Klimaschutz wirklich?“ ein. Die Veranstaltung verbindet Impulse aus Wissenschaft, Kommunikation, Tourismuspraxis und Politik mit einer offenen Diskussion über die Zukunft von Destinationen im Wandel. Das Event ist öffentlich zugänglich, keine Anmeldung erforderlich.
Auf dem Programm stehen zwei Keynotes:
Keynote 1:
Isabella Uhl-Hädicke Die Psychologin und Buchautorin spricht über Kommunikation und Nachhaltigkeit aus psychologischer Perspektive, über wirksame Mechanismen, Best Practices und die Frage, wie nachhaltige Themen verständlich und motivierend vermittelt werden können. Sie erforscht unter anderem den „Klima-Schweinehund” – die bremsende Kraft, die uns davon abhält, aktiv zu werden.
Keynote 2:
Katrin Erben (Österreich Werbung) Die Nachhaltigkeitsexpertin beleuchtet Ziele und Motivation für Klimaschutz im Tourismus, ordnet das Thema in übergeordnete Tourismusstrategien und internationale Entwicklungen ein und zeigt Best Practices aus dem Destinationskontext.
Für die Diskussion sind Perspektiven aus Wissenschaft, Kommunikation, Politik und Destinationsmanagement vorgesehen, unter anderem mit:
Robert Steiger, wissenschaftliche Perspektive auf Wirtschaft und Anpassung (Universität Innsbruck), Isabella Uhl-Hädicke, wissenschaftliche Perspektive auf Klima Kommunikation (Universität Salzburg), Marco Pointner, Destinations Perspektive, (Geschäftsführer Saalfelden Leogang Touristik GmbH), Lena Öller, NGO Perspektive für Balance von Wintersport und Lebensraum (Protect our Winters), Hans Scharfetter (Landtagsabgeordneter und Tourismussprecher ÖVP) – Politische Perspektive Land Salzburg und Katrin Erben (Österreich Werbung) – Moderation und Perspektive Tourismus Kontext
Foto: Hannes Winkler