Kinderpressekonferenz eröffnet Weltcup-Wochenende in Saalfelden Leogang
Mit einer besonderen Kinderpressekonferenz ist die WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang am Mittwoch offiziell eröffnet worden. Wo normalerweise Journalistinnen und Journalisten Platz nehmen, gehörte das Medienzentrum diesmal den Schülerinnen und Schülern der Nordischen Schi-Mittelschule Saalfelden. Wie bei einer echten Pressekonferenz stellten sie Österreichs Mountainbike-Stars Valentina Höll, Andreas Kolb und Rosa Zierl ihre Fragen – und bekamen dabei ehrliche Einblicke in Nervosität, Karrierewege, Rituale und die ersten großen Weltcupsiege.
Vom 11. bis 14. Juni trifft sich in Saalfelden Leogang erneut die internationale Mountainbike-Elite. Rund 800 Athlet:innen aus 40 Nationen werden in Österreichs größter Bike-Region Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn erwartet. Auf dem Programm stehen Weltcupbewerbe in Downhill, Cross-Country Olympic, Cross-Country Short Track und Enduro. Saalfelden Leogang ist damit einer von nur zwei Weltcup-Stopps weltweit, an dem alle drei großen UCI-Weltcup-Formate ausgetragen werden.
„Spaß muss immer Nummer eins sein“
Besonders charmant verlief der Auftakt mit den Nachwuchs-Reporter:innen, die sich bestens vorbereitet zeigten. Sie wollten wissen, wie man den Weg in den Weltcup schafft, warum die Athlet:innen ausgerechnet beim Downhill gelandet sind, was gegen Nervosität hilft – und wie es sich anfühlt, zum ersten Mal ganz oben zu stehen.
Valentina Höll, die als souveräne Gesamtführende und mit zwei Weltcupsiegen in Serie zu ihrem Heimweltcup kommt, erzählte, dass ihre Begeisterung für den Bikesport früh in der Familie entstanden sei: „Meine Eltern waren auf Bikeurlaub in Kanada. Gott sei Dank hat Papa dort das Fieber gepackt und dann einen Trail vor die Haustüre gebaut.“ Ihren wichtigsten Tipp an die Kids brachte die Lokalmatadorin klar auf den Punkt: „Nicht zu sehr auf Resultate konzentrieren. Ein Ergebnis definiert nicht die Performance. Man muss auf das gesamte Jahr schauen – und der Spaß muss immer Nummer eins sein.“
Auch Rosa Zierl fand über ihre Eltern zum Mountainbikesport. Die junge Tirolerin, die am vergangenen Wochenende in Loudenvielle-Peyragudes bei den Downhill-Juniorinnen für einen rot-weiß-roten Doppelsieg sorgte, nannte Vali Höll als eines ihrer großen Vorbilder. Höll wiederum zeigte sich beeindruckt von der Leichtigkeit der Nachwuchsfahrerin: „Ich bin schon nervös, dass Rosa nächstes Jahr bei uns fährt. Diese Coolness und Leichtigkeit sind richtig stark.“
Selbstgespräche im Helm und Tiramisu im Kopf
Andreas Kolb, Leogang-Sieger von 2023, gewährte den Kindern ebenfalls einen Blick hinter die Kulissen. Nervosität gehöre für ihn nach wie vor dazu: „Ich bin fast immer brutal nervös – und in Leogang extrem. Aber wenn ich sehr nervös bin, dann weiß ich: Das Rennen ist wichtig.“ Vor dem Start flüstere er sich selbst ein paar Dinge in den Helm, verriet der Steirer – und fügte lachend hinzu: „Es gibt Tiramisu.“
Sein Weg an die Weltspitze sei alles andere als eine „Vorzeigekarriere“ gewesen. Kolb arbeitete nebenbei als Automechaniker, fuhr Rennen und brauchte einige Jahre, bis der Durchbruch gelang. Umso besonderer bleibt für ihn der Triumph in Leogang: „Mein Sieg hier vor drei Jahren war der schönste Tag in meinem Leben.“
Auch Vali Höll sprach offen über mentale Strategien vor dem Start. Sie arbeite mit einer Sportpsychologin, die ihr zu Gesprächen mit sich selbst riet. Diese würden sie manchmal selbst zum Lachen bringen: „Dann denke ich mir: Was laberst du eigentlich? Aber genau das hilft. Smile drauf – und dann ist es Zeit loszufahren.“ Rosa Zierl setzt kurz vor dem Start auf Visualisierung.
Heimweltcup mit Rückenwind
Sportlich kommen die österreichischen Downhill-Asse mit viel Rückenwind nach Saalfelden Leogang. Vali Höll dominierte am vergangenen Wochenende auch den zweiten Weltcup der Saison im französischen Loudenvielle-Peyragudes und feierte ihren zweiten Sieg in Serie. Beim Heimweltcup kann die Saalbacherin dieses Mal auch auf die Unterstützung von Freundin und Olympiasiegerin Mathilde Gremaud setzen: „Cool, wenn man seinen Ruhepol dabeihat. Ich freue mich riesig, dass alle da sind, aber ich versuche auch cool zu bleiben.“
Auch Andreas Kolb zeigte sich rechtzeitig vor dem Heimrennen in starker Form: Der Steirer fuhr in Loudenvielle-Peyragudes als Siebter zum zweiten Mal in Folge in die Top 10. Bei den Juniorinnen gelang Österreich sogar ein Doppelsieg: Rosa Zierl setzte sich in einem dramatischen Finale mit nur 0,017 Sekunden Vorsprung gegen ihre Landsfrau Lina Frener durch. Die Tirolerin feierte im vergangenen Jahr ihren ganz besonderen Leogang-Moment. „Letztes Jahr durfte ich hier meinen ersten Weltcupsieg feiern. Das Gefühl kann man kaum beschreiben. Meine Familie war dabei, meine Eltern waren dabei – und im Ziel war einfach nur Freude. Wenn sich harte Arbeit plötzlich so leicht anfühlt, ist das richtig cool“, erzählte sie den Kindern.
Mehr als Rennen: Weltcup-Erlebnis für die ganze Familie
Neben den sportlichen Entscheidungen erwartet die Besucher:innen am Weltcup-Wochenende ein vielseitiges Rahmenprogramm. In der Expo Area und den Team Areas können Fans tief in die Welt des Mountainbike-Sports eintauchen, Race-Teams aus nächster Nähe erleben und zahlreiche Aktivierungen besuchen. Signing Sessions, Familienaktionen, der „Tag der Schulen“ sowie das Enduro Open Racing für ambitionierte Hobbyfahrer:innen machen das Wochenende zu einem Bike-Erlebnis für alle Altersgruppen.
Auch organisatorisch setzt Saalfelden Leogang wieder auf nachhaltige Mobilität: Ein kostenloser, bewachter Radparkplatz erleichtert die Anreise mit dem Bike, das Eventticket gilt gleichzeitig als Öffi-Ticket im gesamten Bundesland Salzburg. Regelmäßig verkehrende Shuttlebusse zwischen Saalfelden und Leogang bringen die Gäste bequem zum Eventgelände.
Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, werden die Finalrennen weltweit live übertragen. In Österreich sind die Rennen erstmals bei K19 zu sehen. Damit wird die WHOOP UCI Mountain Bike World Series in Saalfelden Leogang auch 2026 weit mehr als ein Rennwochenende: Sie ist ein Treffpunkt der internationalen Bike-Community, ein Heimspiel für Österreichs Stars und ein Erlebnis für die nächste Generation.
Und genau die bekam von den Profis zum Abschluss noch einen klaren Auftrag mit auf den Weg: viel fahren, mit Freund:innen unterwegs sein, Spaß haben – und am Wochenende an der Strecke richtig laut sein. „Je mehr Lärm, desto besser“, waren sich Höll, Kolb und Zierl einig.