10 Jahre „3 Tage Jazz“ Saalfelden Leogang
Drei Tage, elf Konzerte und eine Frage, die sich bei „3 Tage Jazz“ immer wieder neu stellt: Was passiert, wenn gute Musik auf einen Ort trifft, der mehr ist als bloß eine Bühne? Zum zehnten Mal lädt das Festival vom 22. bis 24. Jänner 2027 zur kleinen Ausgabe zum Jahresbeginn nach Saalfelden Leogang und setzt dabei erneut auf jene Mischung, die es seit seiner ersten Ausgabe auszeichnet: internationalen Jazz, eigenwillige Projekte und Spielstätten, die dem Gehörten eine eigene Perspektive geben.
Wie sehr die Spielstätten das Gehörte prägen, zeigt ein Blick auf die Orte: Das Zentrum bildet das Kunsthaus Nexus in Saalfelden mit fünf Konzerten. Zwei weitere führen ins Bergbau- und Gotikmuseum Leogang, die Stadtpfarrkirche Saalfelden wird zur Konzertstätte, und auf dem Asitz ist wiederum ein kostenloses Konzert inmitten der winterlichen Berglandschaft geplant. Neu im Kreis der Spielorte ist zum Jubiläum das Museum Schloss Ritzen. Gleich der großen Sommerausgabe des Festivals gehört bei „3 Tage Jazz“ die Umgebung von Saalfelden Leogang gewissermaßen zur Musik. Ein Museum verlangt anderes Zuhören als ein Konzertsaal, eine Kirche verändert die Wahrnehmung von Klang, und auf dem Berg wird die Landschaft selbst zum Teil des Konzerterlebnisses.
Internationale Gäste und die heimische Szene
Offen für unterschiedliche Spielarten, verbindet das Programm prägende internationale Musiker:innen mit der österreichischen Szene. Mit Henri Texier ist ein Musiker zu Gast, der wie wenige andere für die Geschichte und Eigenständigkeit des europäischen Jazz steht. Der französische Kontrabassist und Komponist wird sein Projekt „Healing Songs“ präsentieren.
Ebenfalls auf dem Programm steht „Das Kapital“ mit Daniel Erdmann am Tenorsaxofon, Hasse Poulsen an der Gitarre und Edward Perraud am Schlagzeug. Das Trio verbindet die Freiheit des Jazz mit Einflüssen aus europäischer Musiktradition, Rock und Improvisation.
Mit ihrem Projekt „Nachtvogel“ setzt Helene Glüxam im Bergbau- und Gotikmuseum auf musikalische Reduktion. Die Wiener Kontrabassistin und Komponistin stellt den tiefen Klang ihres Instruments gegen ihre hohe Stimme, wodurch eine Musik zwischen Jazz, Improvisation und Song entsteht. Glüxam zählt zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten des Landes und wurde für das NASOM-Programm (2025/26) und den Österreichischen Jazzpreis als „Best Newcomer“ ausgewählt.
Auch „Ramification“ von Flora Geißelbrecht und Jelena Popržan setzt auf ungewöhnliche Besetzungen. Zwei Bratschen und zwei Stimmen bilden das Material für eine Musik, die sich zwischen Jazz, Folk, Neuer Musik und Improvisation bewegt. Beide Musikerinnen sind klassisch ausgebildet, arbeiten als Komponistinnen und Improvisatorinnen und erweitern die Möglichkeiten ihres Instruments mit experimentellen Techniken. Popržan zählt seit Jahren zu den aktivsten Stimmen der heimischen Szene, Geißelbrecht ergänzt sie mit einem ebenso eigenständigen musikalischen Ansatz.
Zehn Jahre „3 Tage Jazz“ Saalfelden Leogang – das Festival als musikalischer Freiraum
Das zehnjährige Bestehen ist bei „3 Tage Jazz“ weniger eine Frage des Rückblicks als der Fortsetzung einer Haltung. Das Festival setzt auf Musiker:innen, die etwas riskieren, auf Musik, die nicht immer sofort einzuordnen ist, und auf Orte, die das Hören verändern. International etablierte Künstler:innen treffen auf jüngere Positionen der österreichischen Szene, Komposition begegnet Improvisation, Tradition der Gegenwart.
Elf Konzerte an drei Tagen, verteilt auf Kunsthaus Nexus, Museum Schloss Ritzen, Bergbau- und Gotikmuseum, Stadtpfarrkirche Saalfelden und Asitz, wollen dabei gar kein möglichst vollständiges Bild des Jazz zeichnen. Und genau darin liegt die Stärke des Festivals: Es geht nicht darum, Jazz zu definieren. Es geht darum, ihn immer wieder neu zu hören. „3 Tage Jazz“ findet vom 22. bis 24. Jänner 2027 in Saalfelden Leogang statt.
Der Ticketverkauf startet heute, am 12. Oktober 2026. Weitere Programmpunkte werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.
Tickets finden Sie unter: tickets.jazzsaalfelden.com
Für diejenigen, die bei der 10. Ausgabe kein Konzert verpassen möchten, haben wir heuer neu den Festival-Pass. Mit dem Festival-Pass sind alle kostenpflichtigen Konzerte des Festivals inkludiert.
Foto: Geißelbrecht & Poprzan (c) IgorRipak