46. Jazzfestival Saalfelden 20. – 23. August 2026: Sonderprojekte und neue Klangräume

Mittwoch, 27.05.2026

46. Jazzfestival Saalfelden 20. – 23. August 2026: Sonderprojekte und neue Klangräume

46. Edition des Jazzfestivals Saalfelden von 20. – 23. August 2026 Mit Sonderprojekten und Klangräumen komplettiert das Jazzfestival Saalfelden sein Programm für 2026

MMM: Eine Partitur als lebender Organismus

Mit „WAS___“ präsentieren MMM (Maja Osojnik, Mathia*s Lenz und Matija Schellander) in der Kunsthalle Saalfelden den Auftakt einer auf zehn Jahre angelegten Raum- und Klangreise. Ausgangspunkt ist eine 66 Meter lange grafische Partitur, die sich weniger als abgeschlossenes Werk denn als offenes, sich ständig veränderndes System versteht.

Drucktechniken, Tonbänder, Lautsprecher und performative Eingriffe verbinden sich zu einer Versuchsanordnung zwischen Installation, Konzert und akustischer Spurensicherung. Gemeinsam mit der Schlagwerkerin Špela Mastnak entsteht daraus eine fragile, körperliche Klangwelt, in der Berührung, Materialität und Mikrogeräusche ins Zentrum rücken. Das Publikum wird dabei Teil eines Prozesses, der mit jeder Aufführung weiterwächst

 


 

The Big Shake: Ein Jubiläums-Homecoming für Shake Stew

Ganz anders, aber ebenso gemeinschaftlich gedacht, präsentiert sich das Jubiläumsprojekt von Shake Stew. Als die Band 2016 das Eröffnungskonzert des Jazzfestivals Saalfelden spielte, begann eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte und heute zählt das Septett zu den prägenden Formationen der europäischen Jazzszene, ausgezeichnet unter anderem mit dem Deutschen Jazzpreis 2021 und dem Amadeus Austrian Music Award 2023.

Zum zehnjährigen Bestehen kehrt Lukas Kranzelbinder nun mit einem eigens für Saalfelden entwickelten Großprojekt zurück. Unter dem Titel „The Big Shake – A Saalfelden Homecoming“ verbinden Bürgermusik Saalfelden und Eisenbahner Stadtkapelle ihre Klangwelten mit der Musik von Shake Stew und ziehen als rund 70-köpfige musikalische Parade am Samstag ab 14 Uhr vom Rathausplatz quer durch die Stadt bis zum Congress und weiter in den Park. Dort folgt ab 15 Uhr ein großes Finale: zunächst mit den beiden Saalfeldener Blasmusikkapellen, bevor Shake Stew anschließend in gewohnter Besetzung auf der Parkbühne übernimmt. 

 


 

Auffallend präsent: profilierte Pianistinnen am Klavier

In diesem Jahr setzen profilierte Musikerinnen zentrale Akzente im Programm und so stehen mit Marta Sanchez, Marina Džukljev, Tamara Stefanovich und Eve Risser gleich mehrere international gefeierte Pianistinnen auf der Bühne. Ihre Konzepte reichen von fein ziselierter Komposition über freie Improvisation bis hin zu radikaler Klangforschung, wobei genau diese unterschiedlichen ästhetischen Ansätze die künstlerische Bandbreite des Festivals unterstreichen.

 


 

Hauptbühne zwischen Kompositionsauftrag und Klangforschung

Einmal mehr setzt das Jazzfestival Saalfelden mit dem Programm der Hauptbühne auf markante Handschriften und musikalische Offenheit. Yvonne Moriel präsentiert mit „Strange Motion“ einen eigens für das Jazzfestival Saalfelden entstandenen Kompositionsauftrag. Das neue Projekt bewegt sich zwischen Jazz, Kammermusik und experimenteller Klangforschung und zählt zu den zentralen Uraufführungen des Festivals.

Im Anschluss wird ein kontrastreicher Bogen vom feinsinnigen Henriette Eilertsen Trio zur dichten Komplexität des Marta Sanchez Quintet, bis zum intensiven musikalischen Zwiegespräch von Andreas Schaerer und Daniel Garcia geschlagen.

Der Samstag steht einmal mehr im Zeichen kraftvoller Ensembles und musikalischer Offenheit. Dem avantgardistischen Projekt „SDLW“ um Tamara Stefanovich stehen das fein austarierte Sheen Trio und die orchestralen Schichtungen von Dag Magnus Narvesens Oktett „DAMANA“ gegenüber. Es folgt das transatlantische Gipfeltreffen zwischen Darius Jones und Otomo Yoshihide, bevor das Chicago Underground Duo schließlich komplexen musikalischen Visionen nachgeht.

Am Sonntag bildet das Trio „Industriesalon“ um Marina Džukljev den Auftakt des Hauptbühnenprogramms. Danach übernehmen die cineastisch-druckvolle Formation „Ye Olde 2“ des Posaunisten Jacob Garchik sowie das interkulturelle Duo „Thousand Leaves“ als weitere Stationen des Tages. Den Schlusspunkt setzt schließlich das Revival von Chris Speeds legendärem Quartett „YEAH NO“, das den New Yorker Downtown-Sound der Jahrtausendwende in die Gegenwart überführt.

 


 

Neue Räume, Nachtprogramme und alpine Resonanzen

Abseits der großen Bühnen öffnet das Festival neue Räume und erstmals finden im Museum Schloss Ritzen zwei Solokonzerte statt. Das polnische Projekt „Zbigniew – NO ANGRY songs“ sowie Delphine Jousseins Soloarbeit „Calamity“ versprechen intensive und unmittelbare Konzerterlebnisse.

In der Otto-Gruberhalle kreuzen sich auch diesmal wieder die Wege unterschiedlichster klanglicher Freigeister, und Acts wie Mel*E, Brique „La danse du béton“, Trunk oder Earthball öffnen bis tief in die Nacht Räume zwischen Clubkultur, Noise, Improvisation und elektronischer Musik. Dabei reagiert das erweiterte Late-Night-Programm auf die hohen Publikumszahlen der Nexus+-Konzerte der Vorjahre und bietet in der Halle bis 1 Uhr morgens musikalische Entdeckungen. Die späteren Programmpunkte tragen dazu bei, die Besucherströme zu entzerren, während die legendäre Nexus Bar wieder als offener, entspannter Treffpunkt für alle Beteiligten gleichermaßen genutzt werden kann.

 


 

Alpine Resonanzen und urbane Tracks

Auch die beliebten „We Hike Jazz“-Wanderungen verbinden erneut Naturerlebnis und Konzertformat. Während Lukas Kranzelbinder die erste Tour am Donnerstag, den 20. August als heimlichen Festivalauftakt anführt, übernimmt die Saxophonistin Anna Tsombanis die Leitung der zweiten Wanderung am Samstag. Beide Touren sind bereits ausgebucht.

Zwei Almkonzerte ergänzen das Programm außerhalb der klassischen Spielstätten und erweitern den Jazzkontext hinaus in die alpine Landschaft: Das Ensemble Klakradl sowie das Tini Trampler & Playbackdolls Quartett verbinden Jazz, Wienerlied, Pop und Performance mit ungestümer Spielfreude. Einen besonderen Höhepunkt verspricht zudem das Konzert auf der historischen Einsiedelei über Schloss Lichtenberg, bei dem Saxophonist Chris Speed und Trompeter Cuong Vu einen kontemplativen Gegenentwurf zum musikalischen Trubel im Tal setzen.

Im Stadtgebiet laden die frei zugänglichen City Tracks zu spontanen musikalischen Entdeckungen ein, während die Short Cuts kompakte Konzerterlebnisse mit stilistischer Offenheit bieten. In den zwei Projekten Christoph Cech & oenm sowie Stefanovich / Dell / Lillinger / Westergaard trifft dabei improvisierte Musik auf Neue Musik, während Formationen wie das Lava Quartet oder DaughterDaughter die musikalische Palette verfollständigen. Die kostenpflichtige Konzertreihe Shortcuts ist bereits ausgebucht.

Saalfelden bleibt damit auch 2026 ein Festival, das Jazz nicht nur präsentiert, sondern als soziale, räumliche und künstlerische Praxis versteht.

 


Service und Ticketing

Die Resonanz auf das diesjährige Festival ist hoch und die musikalischen Wanderungen namens „We Hike Jazz“ zum Asitz und zur Steinalm sowie die Shortcuts-Pässe sind bereits ausverkauft.
Mainstage-Tickets sind noch verfügbar, auch die VIP-Option für ein erweitertes Festivalerlebnis ist weiterhin buchbar hier.

 

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