Neuntes „3 Tage Jazz“ in Saalfelden Leogang
Das „3 Tage Jazz Saalfelden Leogang“ hat sich auch 2026 als ein Highlight im Winterkalender der Jazzszene etabliert. Vom 23. bis 25. Januar 2026 verwandelte die kompakte, aber kunstvoll kuratierte Winterausgabe des renommierten Jazzfestivals Saalfelden erneut die Bergregion in ein lebendiges Labor für zeitgenössischen Jazz. Mit nationalen und internationalen Künstler:innen, außergewöhnlichen Spielorten und einer beeindruckenden musikalischen Vielfalt bot das Festival ein Wochenende voller Entdeckungen – und war mit einer Auslastung von 95 % ein starker Auftakt ins Musikjahr 2026.
Filmischer Auftakt: Jazz in Österreich – Von der Befreiung zum Neubeginn
Schon am Donnerstagabend, noch vor dem offiziellen Festivalstart, läutete ein kostenloser Filmabend im Kunsthaus Nexus das Festival ein. Die ORF-Dokumentation „Jazz in Österreich – Von der Befreiung zum Neubeginn“ ist eine in deutscher Sprache gehaltene Filmchronik, die eindrucksvoll und sehr unterhaltsam erzählt, wie Jazz nach 1945 zum Symbol gesellschaftlicher Erneuerung und kultureller Freiheit wurde. Andreas Felber, einer der beiden Produzenten der Dokumentation war selbst vor Ort und stellte sich danach den spannenden Fragen der Besucher:innen.
Freitag: Ein Abend der Kontraste in der Kirche und im Nexus
Der Freitagabend markierte in der Stadtpfarrkirche Saalfelden den offiziellen Auftakt des Festivals. Das Duo aus dem Schweizer Pianisten Colin Vallon und dem französischen Cellisten Vincent Courtois präsentierte sein Album „A Simple Fall“ mit minimalistischen, lyrischen Stücken. Die beiden Musiker erzeugten in der Kirchenatmosphäre eine seltene, eindringliche Tiefe.
Im Anschluss zog es das Publikum ins Kunsthaus Nexus, wo Robinson Khoury mit seinem Trio MŸA das Programm fortsetzte. Die elektroakustischen Soundlandschaften, verwoben mit nahöstlichen Skalen und einer Mischung aus World Jazz, Post-Rock und experimenteller Elektronik, erzeugten einen dichten, vielschichtigen Klangkosmos. Das Trio beeindruckte mit rhythmischer Präzision und atmosphärischer Intensität.
Den Abschluss bildete das Jazzorchester Vorarlberg feat. Martin Eberle & Benny Omerzell, das sein 20-jähriges Jubiläum mit „Sonus Variegate“ feierte. Die musikalische Reise spannte den Bogen von elektronischen Beats bis zur warmen Fülle von Blech und Holz und reichte von sakraler Stille bis zu kraftvollen Ausbrüchen – ein starker Abschluss des Abends.
Samstag: Tanzlust, Grooves und Grenzgänge
Der Samstag stand ganz im Zeichen von Kontrasten und musikalischer Vielfalt. Den Auftakt machte ein kostenloses Mittagskonzert im AsitzBräu, inmitten des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn: The Wango Tangos sorgten mit Rockabilly-Klassikern von Elvis, Dolly Parton und Johnny Cash für ausgelassene Stimmung und tanzbare Energie trotz Skischuhen.
Im Kunsthaus Nexus folgte dann am Abend das Joanna Duda Trio mit „Delighted“. Treibende Grooves, zarte Klangstrukturen, warme Töne und improvisatorische Freiheit verschmolzen zu einem eigenständigen, fließenden Sound. Direkt danach präsentierte das Sélène Saint-Aimé String Trio eine jazzige Neuinterpretation kultureller Identität, die an eine musikalische Reise durch verschiedene Kontinente erinnerte.
Den Abschluss des Abends bildete die isländische Formation ADHD. Zwischen Jazz, Rock, Ambient und Folk pendelnd, erschuf das sympathische Quartett einen virtuosen, intensiven Klangkosmos.
Sonntag: Zwischen Wort, Musik und Raum im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang
Der Festival-Sonntag führte in die intime Atmosphäre des Bergbau- und Gotikmuseums Leogang. Bereits am Vormittag eröffnete das Duo Sofia Labropoulou & Christian Reiner den Tag mit einem improvisierten Dialog aus Musik und poetischer Rezitation. Die Verbindung von Sound und Sprache schuf eine erzählerische Tiefe, die den Sonntag besonders intensiv machte.
Den Abschluss des Festivals setzte Jelena Popržan - mit Viola, Stimme, Looper, Mundgeige und Glasharfe. Ihr Soloauftritt war voller Humor, Überraschungen und unvergesslicher Momente – ein würdiger und emotionsreicher Schlussakkord für ein Wochenende voller Entdeckungen.
Fazit: Ein Winterfestival mit internationaler Strahlkraft
Das „3 Tage Jazz Saalfelden Leogang“ 2026 war mehr als ein Festival – es war ein Klangraum voller Intensität und Entdeckungsfreude - von kammermusikalischer Intimität bis hin zu kraftvoller, elektronischer Energie. Durch außergewöhnliche Spielorte, ein internationales Line-up und die Offenheit für neue Musik hat sich das Festival erneut als wichtiger Fixpunkt in der europäischen Jazzlandschaft bestätigt.
Besonders hervorzuheben ist auch der nachhaltige Ansatz: Als GREEN EVENT SALZBURG organisiert, setzte das Festival auf umweltschonende Maßnahmen – von regionalen Speisen und Getränken bis zur Vermeidung von Abfall.
Im Sommer wird die Reise weitergehen: das 46. Jazzfestival Saalfelden findet von 20. bis 23. August 2026 statt und bietet Musikbegeisterten aus aller Welt erneut ein vielfältiges Programm mit zeitgenössischen Klängen und neuen Formaten inmitten wunderschöner Bergwelt.
Der Ticketverkauf beginnt am 9. Februar 2026 online unter www.jazzsaalfelden.com