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Bauernkultur

Bauernkultur, Landwirtschaft und Architektur

Mit über 340 Bauernhöfen gehört Saalfelden Leogang zu den größten Bauernregionen im Salzburger Land. Bis in die 50er Jahre hinein war die Region stark von der Landwirtschaft abhängig und ist auch noch heute wegen der erzeugten, qualitativ hochwertigen Lebensmittel und der Pflege unserer Landschaft unverzichtbar.

Die frühere Bauweise der Höfe bestand seit jeder aus...

  • ...dicken Steinmauern
  • hohen Räumen
  • und heimischen Holz, meist aus den eigenen Wäldern.
  • Dank den dicken Mauern waren die Bauernhäuser an den heißen Sommertagen immer herrlich kühl
  • im Winter boten sie Schutz vor der klirrenden Kälte.

Erbhöfe in Saalfelden und Leogang

Das Salzburger Erbhofgesetz, das die Vergaberichtlinien für den Ehrentitel „Erbhof“ regelt, geht auf ein Gesetz des Jahres 1933 zurück und wurde 1947 neu in Kraft gesetzt. Die Bezeichnung Erbhof beschreibt ein Anwesen, das seit wenigstens 200 Jahren innerhalb derselben Familie geführt wird. Folgende Bauernhöfe haben in Saalfelden und Leogang den Ehrentitel „Erbhof“ verliehen bekommen:

Erbhöfe in Leogang

Albach
Familie Brüggl
Erbhof seit 1562

Anderl
Familie Seer
Erbhof seit 1735

Ed
Familie Scheiber
Erbhof seit 1732

Hinterrain
Familie Eder
Erbhof seit 1762

Mesner
Familie Riedlsperger
Erbhof seit 1734

Otting
Familie Mayrhofer
Erbhof seit 1749

Priesteregg
Familie Oberlader
Erbhof seit 1780

Kleintödling
Familie Herzog
Erbhof seit 1736

Reit
Familie Riedlsperger
Erbhof seit 1639

Streckau
Familie Hörl
Erbhof seit 1645

Tödlingwirt
Familie Zehentner
Erbhof seit 1757

Erbhöfe in Saalfelden

Stechaugut   
Familie Langreiter
Erbhof seit 1680

Oberdeutinghof
Familie Deutinger
Erbhof seit 1606

Rainerbauer
Familie Miesl
Erbhof seit 1702

Steininggut
Familie Herzog
Erbhof seit 1750

Grünwaldgut
Familie Keil
Erbhof seit 1806

Keilgut
Familie Herzog
Erbhof seit 1801

Hinterkühbühlgut
Familie Rieder
Erbhof seit 1618

Herzoggut
FamilieHirschbichler
Erbhof seit 1606

Kaspernbauer
Familie Schwab
Erbhof seit 1695

Thorerschmiedgut
Familie Kröll
Erbhof seit 1745

Schnegghof
Familie Rainer
Erbhof seit 1653

Stiedlbauer
Familie Hartl
Erbhof seit 1745

Salzmannhof
Familie Möschl
Erbhof seit 1621

Oberschwablbauer
Familie Schwabl
Erbhof seit 1630

Schusterbauer
Familie Neumayr
Erbhof seit 1725

Schmiedingbauer
Familie Hirschbichler
Erbhof seit 1637

Kollinggut
Familie Dum
Erbhof seit 1683

Hintergerholzbichlgut
Familie Fritzenwanker
Erbhof seit 1743

Webergut
Familie Langreiter
Erbhof seit 1658

Adambauer
Familie Mitteregger
Erbhof seit 1737

Thomanbauer
Familie Breitfuß
Erbhof seit 1576

Bäuerliche Bräuche

Die folgenden Ausführungen sind ein Auszug aus Beitrag von Hermann Mayrhofer...

...der in der Festschrift „100 Jahre“ Sektion Passau“ im Jahr 1975 veröffentlicht wurde.

  • Der Lichtmesstag am 2. Februar war früher im bäuerlichen Leben ein wichtiger Feiertag. Er war der große bäuerliche Zahltag des Jahres, denn früher war es nicht üblich, Dienstboten monatlich auszuzahlen.
  • Am Karsamstag richteten die Buben schon lange vor Ostern das Osterholz her, um am Karsamstag das geweihte Feuer nach Hause zu bringen. Es war eine Ehre, dieses Holz noch brennend oder wenigstens glimmend in das Heimathaus zu bringen.
  • Der Palmbaum wurde am First des Hauses verwahrt. Bei drohendem Gewinner wurde ein Stück verbrannt um vor Unwetter verschont zu bleiben.
  • Uralt ist auch der Brauch des Abbrennens der Sonnwendfeuer, der auch noch heute immer pünktlich in der kürzesten Nacht des Jahres durchgeführt wird. Der Brauch des Feuerbrennens ist eigentlich heidnischen Ursprungs. Die Lichter sollten das Sonnenlicht beschwören, Wachstum und Fruchtbarkeit bringen. Im Zentrum der Sonnwend steht alljährlich die Schneegrube im  Steinernen Meer, dort wird ein riesiges Edelweiß ausgesteckt, das aber der Dämmerung bis spät in die Nacht weithin sichtbar ist.
  • Unter "Anglöckel Pfinstage" verstanden die Einheimischen die Donnerstage im Advent. In diesen Tagen zogen die Anglöckler mit ihren Liedern von Haus zu Haus, um die vorweihnachtliche Stimmung zu verbreiten.
  • Am 24. Dezember wurde zu Mittag immer das Bachlkoch gegessen, dem man wirksame Lebens-und Gesundheitskräfte nachsagte. Die Tradition des „Rachn gehen“ galt als ein Ritual der Reinigung und wurde in der Weihnacht (24.12), Neujahrsnacht (31.12) und auch in der Dreikönigsnacht (06.01) durchgeführt.  In der Stube wurde die Krippe aufgestellt und am Abend gebetet.

Das Geheimnis der Raunächte

Den bösen Geistern wird der Garaus gemacht.

Im Pinzgau wird in drei Raunächten für finstere Gestalten und Gespenster die Luft dünn. Die Tradition des „Rachn gehn“ („Rauchen gehen“) wird nämlich in dieser Region schon seit Jahrhunderten als ein Ritual der Reinigung aufrechterhalten und für viele Familien gehört sie zum Jahreswechsel, wie der Hase zu Ostern.

Die Sonne verschwindet gemächlich hinter den Bergen und allmählich bricht die Dämmerung über den 24. Dezember herein. Die Familie sammelt sich in der Küche des Hauses und verharrt andächtig, bis die Räucherpfanne mit glühender Kohle und duftendem Weihrauch gefüllt wird. Danach kann es losgehen. Es ist wieder die Zeit des „Rachn gehn“ gekommen. Dieser Brauch ist im Land Salzburg und weit darüber hinaus bekannt. Von Region zu Region ist jedoch die Anzahl der Raunächte sowie die Vorgehensweise dieses Brauches unterschiedlich. Ziel ist es, die bösen Geister für ein weiteres Jahr zu vertreiben.

Das Ritual.

Traditionell wird im Pinzgau an drei Raunächten die Zeremonie zur Austreibung boshafter Wesen praktiziert. Wer sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte, der sollte in der Weihnacht (24.12.), in der Neujahrsnacht (31.12.) und auch in der Dreikönigsnacht (5.1.) dem Glück ein wenig nachhelfen. Damit den bösen Geistern keine Chance bleibt, ist es von besonderer Wichtigkeit, sich an den genauen Ablauf der einzelnen Prozedere zu halten. Gemeinhin bekannt, versammelt man sich am Abend vor dem gemeinsamen Essen in der Küche des Hauses, um das gesamte Gebäude im Auftrag des Glücks „auszuräuchern“. Die Räucherpfanne wird meist enthusiastisch und voller Entschlossenheit von einem der beiden Elternteile von Raum zu Raum getragen. Dem Vater und der Mutter folgen die Kinder, deren ritueller Auftrag endgültig zur Vernichtung des Bösen und Schändlichen beitragen soll. Sie haben die Aufgabe, die Räumlichkeiten mit Weihwasser zu segnen. Währenddessen die gesamte Familie voranschreitet, wird das Rosenkranzgebet angestimmt, um den religiösen Inhalt dieser Tradition zu bekräftigen. Damit das Haus schließlich vollkommen frei von jeglichen teuflischen Mächten wird, soll noch eine Runde, betend und mit Weihrauch sowie Weihwasser gerüstet, um das Haus gegangen werden.

Segnung für Mensch und Tier.

Auf Bauernhöfen ist es außerdem üblich, den Stall auszuräuchern, diesen wiederum zu umkreisen und die Tiere zu segnen. Aber nicht nur für das Vieh wird prophylaktisch Vorsorge getroffen. Wurde die Stallung gesäubert, begibt man sich zurück in die Küche des Hauses, um dort auch die Häupter der Familienmitglieder mit Weihrauch vor Krankheiten und Schmerzen zu schützen. Das wird bildlich symbolisiert, indem man eine Kopfbedeckung über die rauchende Pfanne hält. Danach wird der Hut oder die Mütze wieder aufgesetzt und dem Wohlergehen für das nächste Jahr sollte nichts mehr im Wege stehen. Die Zeremonie endet mit dem symbolischen Kreuzzeichen auf der Stirn, das mithilfe des Weihrauches aufgemalt wird.

Der Ursprung dieser Tradition.

Ursprünglich handelt es sich bei dieser Tradition um einen keltischen Brauch, bei dem mithilfe des Rauches die Reinigung der Behausung und des Lebensraumes symbolisiert wurde. Man versuchte alle bösen Geister aus seiner Umgebung durch das „Ausräuchern“ zu vertreiben, sodass man mit Glück und Erfolg in ein neues Jahr starten konnte. Natürlich ist in diesem Zusammenhang der Glaube, früher wie auch heute, das starke Glied der Kette. In älteren Geschichtsbüchern wird stets erwähnt, dass sich exakt in den besagten Raunächten dunkle Gestalten und Dämonen umhertrieben. Um Kummer und Leid vorzubeugen, behalf man sich der mystischen Kraft des Rauches bzw. der Energie der glaubensstarken Zuversicht und Hoffnung. In neueren Deutungen dient das „Rachn gehn“ in den Gebieten um Süddeutschland und Österreich vor allem der gläubigen Vorsorge, sodass der Familie Unglück erspart bleibt.

Aberglaube.

Ein besonders wichtiger Faktor im Hinblick auf die sogenannten Raunächte (oft auch Rauchnächte genannt) ist die Vermeidung bestimmter Dinge. So soll beispielsweise das Wäschewaschen bzw. das Aufhängen der Wäsche an diesen drei Tagen unbedingt unterlassen werden, um keinen Schicksalsschlag heraufzubeschwören. Ein altes Sprichwort besagt: „So vü Wäsch auf’n Gong, so vü Häut auf da Stong.“ Dieser Spruch drückt aus, dass man sich unbedingt an diese Regel halten sollte, da ansonsten die Tiere des Hofes zum Sterben verurteilt seien. So erscheint es nur verständlich, dass an diesen Tagen dieser Grundsatz streng befolgt wird. Heutzutage wird das „Rachn gehn“ noch von vielen Familien streng eingehalten, um mit Zuversicht in das neue Jahr starten zu können. Denn wie man weiß, ist ja schließlich jeder seines Glückes Schmied. Neben dem glückbringenden Einräuchern wird am 24. Dezember außerdem eine traditionelle Pinzgauer Speise mit Sorgfalt zubereitet und im Kreise der gesamten Familie genossen. Die Rede ist hier vom sogenannten „Bachlkoch“. Genaueres zu diesem Gericht, dem traditionellen Hintergrund und der Art der Zubereitung, wird im Folgenden zur Sprache kommen.

Ranggeln um den Hogmoar

Ranggeln, also eine Mischung aus Ringen und Judo, hat im Alpenraum seit dem 13. Jahrhundert Tradition. Entwickelt hat es sich durch das Kräftemessen der Bauernburschen und Knechte. Der Sieger, Hogmoar, galt als so was wie ein Olympiasieger und genoss ein Jahr lang gewisse Vorrechte.

Eigentlich ist das Ranggeln eine reine „Männersache“. Seit einigen Jahren interessieren sich aber auch immer wieder Mädchen dafür, hören aber dann ab einem gewissen Alter wieder damit auf. Nicht unbedingt, weil es den Mädchen nicht mehr gefällt. Für die Burschen ist es komisch, gegen eine
heranwachsende Frau anzutreten. Und so sortiert sich´s wieder aus und es bleiben die gestandenen Mannsbilder über. Nur eine Frau begleitet die Ranggler von klein auf hautnah mit. Der Leoganger Albert Rofner war 1982 Gründungsmitglied und Schriftführer des Salzburger Landesverbandes und nahm seine Tochter Rosi (heute Hörhager) zu allen Veranstaltungen mit. Damals wäre sie nicht auf die Idee gekommen auch anzutreten – das machten nur die „Manda“. Trotzdem blieb sie dem
Sport treu – als Obfrau der Leoganger Ranggler und Schriftführerin des Ranggler Komitees ist sie die weibliche und einzige Ausnahme in der männerdominierenden Rangglerwelt.

Kreuzwurf, Hufer, Aufdreher, Stierer und ähnliche Griffe sind erlaubt, aber keine Schmerzgriffe
Rosi Hörhager ist also eine echte Ranggler- Expertin und weiß viel zu berichten: „Beim Ranggeln geht’s einfach darum, den Gegner mit Körperkraft und durch verschiedene Griffe und Wurftechniken mit dem Rücken auf den Boden zu werfen. Sobald der Gegner mit beiden Schultern den Boden berührt, hat er den Kampf verloren.“

Hört sich ganz einfach an, aber es steckt sehr viel Übung dahinter. Schon Buben mit sechs
Jahren treten das erste Mal bei einem offiziellen Bewerb an und trainieren bis zu zwei
Mal in der Woche. „Generell kann man sogar beobachten, dass die Ranggler erst nach vielen
Niederlagen zu siegen beginnen. So war es auch bei unserem Aushängeschild, dem Lois Dum, der seit über 20 Jahren ranggelt und letztes Jahr erst so richtig erfolgreich war. Er wurde Zweiter in der Alpencupwertung. Das ist wahrscheinlich auch deshalb so, weil sich die Spitzenranggler aufgrund der Wettkämpfe übers Jahr gut kennenlernen und somit auch ihre Stärken und Schwächen besser einschätzen können. Es nützt also die ganze Kraft nichts, wenn man nicht auch ein bisschen mittaktiert. Am Ende des Sommers kann es nämlich im Finale eng hergehen, wenn bei einem
Remis die zusammengezählten Kampfzeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Bei zwei alten Füchsen kann das schon mal zu taktischen Schiebereien ausarten.“

Nach maximal sechs Minuten ist Schluss „Es gab aber auch schon Wettkämpfe, bei denen
zwei Sieger hervorgingen. Sie kämpften so lange, bis beide so ausgelaugt waren, dass sie nicht
mehr weiterkämpfen konnten, aber keiner der beiden mit den Schultern den Boden berührte.  Um das zu verhindern, wurde bei den Männern die Kampfzeit auf maximal sechs Minuten und bei Schülern und Jugendlichen auf maximal fünf Minuten festgelegt. Geht nach dieser Zeit kein Sieger hervor, scheiden beide aus. Die Wettkämpfe werden im K.-o-System ausgetragen.“

Höchste Spannung bis zuletzt
Die erwachsenen Ranggler werden in vier Klassen (nach ihrem Können) eingeteilt. Die
Meisterklasse ist die Klasse I. Spannend wird’s dann erst zum Schluss, wenn es nach dem Preisranggeln um den Tagesbesten, den Hogmoar geht. Nur erwachsene Ranggler der Klassen I, II und III dürfen antreten.

Kräftemessen der Leoganger
„Wie schon erwähnt, war das Ranggeln über viele Jahrhunderte ein wichtiges Ereignis.
Nach mündlichen Überlieferungen fanden im 18. und im 19. Jahrhundert immer wieder Rangglerveranstaltungen in Leogang statt – viele davon am Spielberg. Insbesondere in den Jahren 1920 bis 1939 wurde viel geranggelt – besonders hervorzuheben ist hier das
Rupertiranggeln beim Hüttwirt, das zuletzt 1957 ausgetragen worden ist. Am 15. August 1969 revitalisiere die Landjugend Leogang, unter der Führung von Matthias Scheiber, vulgo ‚Madreiter Hias‘, der später auch Bürgermeister war, das Ranggeln am Spielberg (anfänglich bei den Scheltaualmen, heute bei der Windbachalm). Seither wird der Leoganger Hogmoar am 15. August bestimmt (bei Schlechtwetter am darauffolgenden Sonntag), denn es dürfen nur einheimische Männer und Burschen antreten. Um den Wettkampf in gewisser Art und Weise auch den Frauen zugänglich zu machen, dürfen diese sich im ‚Boahaggeln‘ messen.“

Vererbbare Ranggler-Gene
Besonders erstaunlich ist es, wenn man sich in der kurzen Geschichte des Spielberg-Ranggelns die Hogmoarliste anschaut. Die Brüder Rupert und Georg Eberl trugen zusammen zwanzig Mal den Titel nach Hause und die Jahre zuvor heimsten diesen ihre Onkel Rudi und Sepp ein. Auf die Frage hin, ob es bereits Söhne gäbe, die auch ranggeln: „Natürlich. Georgs Sohn, der Christoph, war 2011 Vize- Hogmoar. 2012 konnte er verletzungsbedingt nicht antreten. Aber 2013 wird er sicher wieder gut dabei sein.“

Traditionsreiches Hundstoa-Ranggeln
In der Nachbargemeinde Maria Alm findet seit über 500 Jahren zu Jakobi, am 25. Juli, oder,
wenn es sich nicht anders ausgeht, den Sonntag darauf, das Hundstoa-Ranggeln statt. Traditionellerweise marschierten Knechte, Dienstboten und Bauern(söhne) auf den Hundstein,
um unter ihnen den mit der meisten Schneid zu finden, den Hogmoar, Grenzstreitigkeiten zu bereinigen oder um die feschesten Sennerinnen zu werben. Heute ist das Hundstoa-Ranggeln das größte seiner Art und für den Sieger bedeutet es so etwas, als hätte er die Streif in
Kitzbühel als Schnellster zurückgelegt.

Vertreiber der Finsternis

„Sei brav, sonst kommt der Krampus und nimmt dich mit.“ Ein Spruch, den man als Kind oft hört. Wahrlich – der Respekt wächst bei jeder Begegnung, wenn die finsteren Gestalten durch die Gegend ziehen. Zum Glück ist der Nikolaus als weiser Herr über die Krampusse immer dabei. Gut und Böse, Kirche und lokales Brauchtum werden hier in ihrer anschaulichsten Form demonstriert. Eine Tradition, der es nicht an Nachwuchs mangelt und die bis heute fast ausschließlich von Männern ausgeführt wird, erlebt Anfang Dezember seinen Höhepunkt: die Krampusläufe.

Rituale zwischen Brauchtum und Christentum

Es mag an der schroffen Landschaftsform liegen, an den Tälern und Bergzügen, die so manche Bräuche überleben ließ. Für Kirche und Regenten waren diese Gegenden zu schwer erreichbar und so  überdauerten sie viele Jahrhunderte. Heute erleben sie beinahe Reliktstatus und werden oft nur lokal zelebriert. Krampusse und Perchten gibt es im alpinen Raum in unzähligen Formen. In manchen Orten wird das Geheimnis nur an Eingeweihte weitergegeben. Einige dieser Bräuche sind sogar von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden. In Saalfelden Leogang haben sich verschiedene Passen (Krampus-Gruppen) formiert, die im Endeffekt aber alle das gleiche Brauchtum pflegen und sich bei  Krampusläufen treffen, um gemeinsam ihren Auftritt zu erleben. Früher waren diese Riten vor allem  Ausdruck einer jahrhundertelangen Auseinandersetzung mit den Unbilden der Natur und der imaginären Geisterwelt. Für viele waren die langen Nächte die verlorenen oder gar toten Nächte des Jahres, wenn der Winter die Landschaft in eisigem Griff hielt. Mit allen Mitteln versuchte man den dunklen Mächten entgegenzusetzen und die Helligkeit, eine neue Fruchtbarkeit und damit das Leben zu beschwören. Heute werden sie als identitätsstiftend und zusammenschweißend in der Dorfgemeinschaft gesehen.

Die Pass – ein Freundschaftsbund

Jährlich am „Krampal-Tag", dem 5. Dezember, treffen sich ca. 15 junge Männer der „Stier-Pass" in Leogang. Sie sind seit vielen Jahren befreundet und zwischen 24 und 32 Jahre alt. Früher gingen sie oft miteinander aus, heute haben sie nicht mehr so viel Zeit, weil einige bereits Familienväter sind. Aber  das Band, das sie immer noch zusammenhält, ist ihre „Stier-Pass“. Sie haben sich mit den anderen vier Passen in Leogang abgesprochen. Jede bekam einen Ortsteil zugeteilt, in welchem sie zwei Abende lang herumziehen. Der Nikolaus kommt auch gerade dazu. Der Traktor mit dem Anhänger, in dem sie transportiert werden, wird gestartet und so fahren sie in die erste Straße.

Von Haus zu Haus

Bei der Kreuzung angekommen, gehen sie gleich auf das erste Haus zu. Ein Mann kommt ihnen entgegen. Der Nikolaus fragt ihn, ob die Nachbarskinder brav waren. Ein Nicken kann man erkennen und eine Erinnerung scheint gerade hochzukommen: „Der Maxi hat mir im Sommer einen Streich gespielt. Er hat ganz viele Nacktschnecken gesammelt und sie in mein Blumenbeet gelegt. Die Sophie ist immer brav. Aber sie könnte etwas fleißiger mithelfen.“ Der Nikolaus bedankt sich und geht mit seiner grimmigen Gefolgschaft zum Nachbarshaus. Sie ziehen in die warme Stube ein. Eltern, Großeltern und Kinder sitzen brav am Tisch. Die Kinder reagieren ganz unterschiedlich. Sophie hat Angst. Max grinst. Der Nikolaus begrüßt die Familie und fragt die Kinder nun selbst, ob sie brav waren. Das Mädchen schaut ganz starr drein und nickt ein wenig. Der Bruder nickt auch etwas nervös. Der Nikolaus beäugt beide prüfend und sagt streng: „Sophie, ich habe gehört, dass du ein artiges
Mädchen bist. Bleib so. Aber ich habe auch eine Aufgabe für dich mitgebracht. Deine Mutter hat viel Arbeit und sie wäre froh, wenn du ihr öfters helfen würdest.“ Dann wendet er sich an Max:  „Maximilian. Von dir höre ich schlimme und gute Geschichten. Du bist ein echter Lausbub. Als Strafe, weil du deinem Nachbarn Schnecken in sein schönes Blumenbeet gelegt hast, musst du jetzt zu den Krampussen rauskommen.“ Der Junge schaut etwas überrascht und ängstlich drein, sieht aber ein,
dass er einen Fehler gemacht hat. Und so steht er mutig auf und geht zu den Krampussen, die ihn mit grollendem Stöhnen empfangen. Ein Krampus tätschelt ihn mit der Rute und stößt ihn sanft zu einem anderen Krampus rüber. Das ist genug. Max hat seine Strafe erhalten und darf wieder zurück zum Tisch, wo er jetzt engelsbrav neben seinem Opa sitzt. Der Nikolaus verteilt an beide Kinder ein Säckchen mit guten Gaben, wünscht eine schöne Adventzeit und verlässt mit den polternden Krampussen das Haus. Nun ziehen sie durch die dunkle Nacht weiter, um bösen Geistern und Kindern die Stirn zu bieten.

Ein Lauf für die Krampusse

Am nächsten Tag, am 6. Dezember, treffen sich die Freunde der Stier-Pass wieder. Dieses Mal in Saalfelden, um mit 200 anderen Krampussen beim großen Krampuslauf der Stadt teilzunehmen. Die verschiedenen Passen präsentieren sich in ihren unterschiedlichsten Formen, denn nicht nur die Masken und Felle sind individuell, sondern auch die Accessoires. Die einen kommen mit   Bengalischem Feuer, Glocken, Schellen, Rossschweif oder Ruten, wieder andere ziehen einen  schweren Wagen mit mehreren Krampussen drauf oder zerren einen Kessel hinter sich her. Auch im Publikum ist die Vielfalt groß – jung, alt, Männer und Frauen verfolgen das Schauspiel, wenn als erster der Nikolaus einzieht und Geschenke an die Kinder verteilt. Erst dann ziehen die Passen ein und werden am Rathausplatz namentlich aufgerufen. Dort können sie dann zeigen, wie gruselig sie sind, wenn sie um das Feuer herumlaufen. Am 7. Dezember findet traditionsgemäß ein ähnlicher Lauf in Leogang statt.

Die richtige Bekleidung

Nach dem Lauf findet ein nettes Zusammentreffen bei Glühwein statt und man findet endlich Möglichkeit Fragen zu lösen, die einem während des Umzugs in den Sinn gekommen sind. Von  Stefan Dum, Obmann der Stier-Pass, erfahre ich, dass die Felle hauptsächlich von Schafen und Ziegen stammen, heute aber auch Wild verwendet wird. Die schweren Masken werden traditionell aus
Zirben- oder Undenholz geschnitzt und mit Steinbock-, Ziegenbock- oder Kuhhörnern gekrönt. Je nach Anzahl der Hörner steigt das Gewicht der Maske auf einige Kilo. Für den richtigen Halt sorgt ein darunter versteckter Bauhelm, der zusätzlich mit Schaumstoff oder ähnlichen Materialien an die Kopfform angepasst wird. Es gibt Passen, die einen eigenen Schnitzer haben, die meisten  organisieren sich jedoch die ihrige bei einem Maskenschnitzer.

Bräuche zur Osterzeit

Ei, Ei - Wo ist das Osterei? Die beliebte Ostereiersuche findet natürlich auch im Pinzgau statt, aber es gibt da noch so einiges an Brauchtum, das es nicht überall gibt und den Pinzgau einmal mehr zu einer bodenständigen, traditionsreichen und tiefverwurzelten Region mit gelebter Heimatkultur macht.

Weniger ist mehr

Nach dem langen und kalten Winter sehnen wir uns nach den länger werdenden Tagen, den Sonnenstrahlen auf der Haut und dem Duft der blühenden Pflanzen. Es zieht uns raus in die Natur. Wir nehmen sie und unseren Körper wieder bewusster wahr, saugen die lebendige Luft in uns auf und finden in dieser Zufriedenheit innere Ruhe. Der richtige Zeitpunkt für (innere) Reinigung. Der österliche Kreislauf beginnt mit dem Aschermittwoch, dem ersten Tag der 40-tägigen Fastenzeit. Viele Menschen nehmen diese Periode als Anlass des „Verzichts“. Manche fasten im herkömmlichen Sinn, wieder andere verzichten auf schlechte Gewohnheiten, wie Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten, etc. In der Saalfeldner Pfarre wird diese Zeit insbesondere zum Meditieren und Aufbereiten der Evangelien genützt. Unter dem Motto „Auf dem Weg dem Ostern“ nimmt man in täglichen Exerzitien das Tempo der Zeit und arbeitet seinen persönlichen Kreuzweg auf. Wie auch immer die Interpretation der Fastenzeit aussieht, geht es hierbei nicht um „Selbstbestrafung“, sondern um das bewusste Erleben seines eigenen Ichs. Mit dem Spenden des Aschenkreuzes (Asche aus dem Palmzweigen des Vorjahres) läuten die Katholiken die 40-tägige Fastenzeit ein. Ein schönes Symbol für die (innere) Reinigung, denn Seife wird bekannterweise  aus Asche hergestellt.

So bunt, so rund – Das Osterei

Mit Kindern wird jedes Brauchtum lebendiger. Sie sind es auch, die wie gebannt den Ostersonntag herbeisehnen, wenn der Osterhase die bunten Ostereier im Garten versteckt. In der österlichen Vorbereitungszeit helfen auch die Jüngeren fleißig mit – das Ostereier bemalen gehört zu den Lieblingstraditionen der Pinzgauer. Und da gibt es ganz verschiedene Herangehensweisen: Die am weitesten verbreitete Methode ist, die hartgekochten Hühnereier in bunte Eierfarbe zu tunken, trocknen zu lassen und mit einer Speckschwarte glänzend zu polieren. Sehr beliebt ist auch das natürliche Färben. Verwendet werden Farbstoffe aus Küche und Garten: Rotkohlblätter für rotviolette Farben, Holunderbeeren(-saft) für graublaue Farben, Brennnesselblätter für gelbgrüne Farben, Karotten für orangegelbe Farben, Spinat für grüne Farben etc. Richtig lustig wird es dann, wenn die Eier mit Mustern versehen werden. Ob Marmorierung, ein Blatt am Ei, Batik-Muster (gemacht aus Zitronensaft oder flüssigem Wachs) oder gesprenkelte Eier – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Besonders viel Geschick benötigt man beim kunstvollen Bemalen der ausgeblasenen Eier. Diese werden zudem gerne mit Bändern, Federn oder Häkeleien dekoriert und schon einige Wochen vor Ostern im und rund ums Haus aufgehängt, um das nahende Osterfest willkommen zu heißen.

Palmkätzchen und Palmesel

Der Palmsonntag ist für die meisten Pinzgauer der (gefühlte) Beginn der Osterzeit. Dieser Tag erinnert an den Einzug Jesu (auf einen Esel) in Jerusalem. Die Bewohner Jerusalems begrüßten Jesu mit grünen Zweigen bzw. knospenden Gewächsen. Da hierzulande die Weiden zu den ersten Pflanzen gehören, die im Frühjahr austreiben, werden sie in ihrer hübschen Form, als Symbol der Fruchtbarkeit verwendet. Diese Weidenkätzchen, bzw. Palmkätzchen, bindet man gemeinsam mit anderen Gewächsen (Buchs, Wacholder, Eibe, Haselnussstrauch) zu einem Buschen zusammen, dekoriert diesen mit bunten Holzspanschleifen, Brezeln, kleinen bunten Eiern und bringt ihn zur heiligen Messe mit. Diese Palmbuschen tragen vorwiegend die Kinder. Umso schöner und größer der Buschen ist, desto stolzer sind die Träger. Die geweihten Palmbuschen werden zu Hause unters Dach gelegt bzw. auf dem Feld aufgesteckt – als Segen und Schutz für Haus, Hof und Feld. Ein besonderer Brauch findet auch am Palmsonntag statt. An diesem Tag möchte niemand als Letzter aufstehen, denn der Langschläfer in der Familie wird zu „Palmesel“ ernannt.

Das  Gründonnerstags-Ei

Am darauffolgenden Donnerstag wird insbesondere an das letzte Abendmahl Jesu mit den zwölf Aposteln gedacht. Dieser Tag, auch als Antlass-Tag bekannt, gilt als der Tag, an dem jene aus der Kirchenbuße entlassen wurden, die eine schwere Sünde begangen hatten (Glaubensabfall, Mord, Ehebruch). Im Volksmund gilt das am Gründonnerstag gelegte EI als besonders gut haltbar. Es soll ein Jahr danach noch genießbar sein. Eines davon wird als Symbol  des Glücks über den Dachfirst geworfen oder in den Dachboden gelegt. Wer als Letzter an diesem Tag aufsteht, wird als „Antlass-Karren“ bezeichnet.

Wenn die Glocken verreisen

Am Gründonnerstag passiert noch eine Besonderheit: Beim Abendmahlgottesdienst fliegen die Glocken nach Rom – natürlich nur im übertragenen Sinn. Vom Gloriagesang des Gründonnerstags bis zu jenem in der Osternacht am Samstag hört man keine Glocken mehr. Darum gehen die Ministranten anstatt des Glockengeläuts am Karfreitag mit den Karfreitags-Ratschen umher. Um 15.00 Uhr schweigen sie, denn zu dieser Zeit starb Jesus. Der Karfreitag ist zudem ein strenger Festtag, an dem keinesfalls Fleisch gegessen werden darf.

Osterfeuer und Speiseweihe

Nach dem Tod Jesu brach für die Christen eine Welt zusammen. Symbolisiert wird die Trauer dadurch, dass in den Kirchen nirgendwo Schmuck hängt, die Kerzenleuchter werden weggeräumt oder umgelegt. Doch plötzlich kommt sprichwörtlich Licht ins Leben zurück, als die Christen von der Auferstehung Jesu erfahren. Und somit wird durch das Osterfeuer und Entzünden der frisch geweihten Osterkerze das neue Sinnbild geschaffen: Christus, der das Licht der Welt ist. Während der Osternacht-Liturgie oder/und am Ostersonntag werden die mitgebrachten Speisen der Gläubigen geweiht. Klassischerweise bringen sie in einem Korb Eier, Fleisch, Brot und Salz mit. Wer am Ostersonntag als Erster aufsteht, wird als „Osterlambei“ bezeichnet.

Kulinarische Genüsse

Endlich ist die Fastenzeit vorbei. Man darf wieder den Genüssen frönen: Hefezopf, Osterschinken und Lammbraten werden im Kreis der Familie aufgetischt, die bunten Eierschalen werden beim „Eierpecken“ auf die Probe gestellt und anschließend mit viel Salz verzehrt. Die Wochen der Reinigung und Ruhe vorbei, das frohe Leben kehrt wieder ein, jedoch mit erweitertem Bewusstsein und Demut gegenüber Mitmenschen, Natur und höheren Mächten.

Eine nostalgische Zeitreise

Zwoa Brettln, a gfriariga Schnee - Juche - Des is hoit a echte Gaude!

Und schon war die Idee zur Nostalgie Ski WM geboren. Seit 2004 lockt sie im 2-Jahres-Rhythmus bis zu 250 nostalgische Skirennläufer aus 6 Nationen nach Saalfelden Leogang - Tendenz steigend.

"Es war eine Faschingsidee. Siegfried Häusl, ein paar Freunde und ich trugen alte Ski und -bekleidung aus Dachböden und Kellern zusammen. Und so eroberten wir in diesem nostalgischen Outfit die Pisten des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang. Das war im Jahr 2002." Rupert Grundner, der Obmann des Vereins ANNO 1900, sitzt mir gegenüber und schmunzelt beim Erzählen. Zu gerne hätte ich seine Bilder im Kopf gehabt. Es muss ein schönter Tag gewesen sein.

Er berichtet weiter: "Enthusiastisch beschlossen wir, im nächsten Jahr ein Skirennen zu veranstalten. In Zell am See gab es bereits eine Gruppe von nostalgischen Skifahrern, die wir dazu einluden. Gesagt, getan - das Rennen war der reinste Erfolg. 24 Männer und Frauen nahmen die Herausforderung an. ab diesem Zeitpunkt waren wir nicht mehr zu bremsen. Wir beschlossen, eine Nostalgische Ski WM zu veranstalten, ließen diesen Namen sogar schützen, gründeten unseren Verein ANNO 1900 und veranstalteten im Jänner 2004 die 1. WM."

3 Tage Nostalgie Ski WM

Den Organisatoren war sofort klar, dass sie nicht nur ein ansprechendes Programm zusammenstellen mussten, sondern auch würdige Streckenführungen, Disziplinen sowie verschiedene Klassen. Unterstützung fand der neu gegründete Verein beim Tourismusverband Saalfelden Leogang - gemeinsam rührte man kräftig die Werbetrommel, suchte Sponsoren und verschickte Ausschreibungen. Die Idee fand auch rundum großen Anklang und so wurde am Freitag, 23. Jänner 2004, die 1. Nostalgie Ski WM mit Begrüßung, Musikkapelle und WM-Party eröffnet.

Am Tag darauf ging's dann so richtig los: mit dem 3,5 km langen Fernlauf vom Asitz bis ins Tal. Wer nun meint, ach, das ist ja halb so schlimm, der sollte bedenken: Im unpräparierten Gelände, abseits der Piste, auf uralten und ziemlich langen Holzlatten, in ledernen, knöchelhohen Schuhen, die kaum Halt bieten, alten Kleidern, die für unser heutiges Verständnis als schwer, eher unbequem und ziemlich wasserdurchlässig empfungen werden, suchen sich die Rennläufer, unter Berücksichtigung von Richttoren, den Weg ins Tal. Die meisten stürtzen im Tiefschnee mehrere Male. Allein das Aufstehen ist oft schon sehr mühsam - denn beim Aufstehen versinkt man nur allzu gern immer wieder im Schnee.

Nichtsdestotrotz bewältigen die Schnellsten die Strecke in nur 12 Minuten, die Langsamsten benötigen schon mal zwei bis drei Stunden. Es ist also kein Schaden, wenn man den Rucksack mit ausreichend Jause und Saftl befüllt. So manche Rennläufer vereinen sich dann zum gemütlichen Stelldichein und stärken sich gemeinsam. Was alle eint: Sie sind überglücklich, wenn sie im Ziel angekommen sind, denn die Fahrt ist kräfteraubend. Zum Vergleich: Die Kitzbüheler Streif ist ungefähr gleich lang und wird von den weltbesten Skirennläufern in zwei Minuten bewältigt.

Für den Sonntagsbewerb meldeten sich etwas mehr Teilnehmer an, denn der Torlauf beim Schanteilift ist im Vergleich einfacher und weniger anspruchsvoll. Aber auch mit Tücke, denn vor dem Ziel befindet sich die Schlüsselstelle - die Edelweiß-Schanze, die so manchen über die Ziellinie rutschen lässt. Hier gilt es die gut 17 Tore richtig zurücklegen. Verpasst man eines, wird man zwar nicht disqualifiziert, aber man bekommt 30 Strafsekunden aufgebrummt. Bei einer durchschnittlichen Fahrzeit von 40 bis 50 Sekunden sind 30 Sekunden ziemlich viel.

Nach einem definierten Punktesystem werden dann die Weltmeister der einzelnen Klassen bestimmt. Diesen Titel können sich nur Rennläufer holen, die am Samstag und am Sonntag teilgenommen haben. Bewertet wird die Fahrzeit.

Die richtige Ausrüstung

Damit man beim Renne überhaupt teilnehmen kann, muss das sportliche Outfit dem Reglement entsprechen: Ski, Schuhe und Bekleidung müssen alt sein, also aus Jahren vor 1960 stammen. Im Detail heißt es wiederum, dass man nur Lederschnürskischuhe (keine Schnallenskischuhe), Holzski ohne Kante mit Lederriemenbindung oder Lilienfelder Stahlsohlenbindung bzw. Holzski mit Kante und Kandaharbindung sowie eine entsprechend alte Kleidung tragen muss. Letztere variiert zumeist je nach Region. Typisch sind beispielsweise Steg-, Keil- oder Lederhosen, Uniformen, Zipfelhauben, Norwegenpullover, Schladminger Rock usw. Hier sind der Vielfalt keine Grenzen gesetzt - je bunter desto besser. Ab 2016 wird es auch eine sportliche Klasse geben. Dann dürfen auch Ski mit Belag verwendet werden.

Alter - Egal, Gene - Von Vorteil

Da man für das "historische Skifahren" viel Geschick, Ausdauer, Technik und Erfahrung mitbringen muss, ist das Alter für einen Sieg keineswegs maßgebend. Oft gehören auch das nötige Quäntchen Glück oder die richtigen Gene dazu. Interessanterweise trugen Johann Müller und seine Schwester Barbara Müllauer bei jeder WM den Sieg in ihrer Klasse nach Hause. Als bei der letzten WM 2014 Johann Müllauers Tochter Anna (14 Jahre) auch zum letzten Mal teilnahm, gewann sie prompt in ihrer Klasse. Somit war sie auch die jüngste Nostalgie-Weltmeisterin der Geschichte. Erfreulich ist, dass sich jund und alt gleichermaßen beteiligten. 2014 war beispielsweise der jüngste Teilnehmer 12 Jahre alt, der älteste 78.

ANNO 1900 im Sommer

Im Gespräch mit Rupert Grundner erfahre ich noch, dass der Verein seit seiner Gründung auch im Sommer aktiv ist. So revitalisierten sie im Jahr 2004 den traditionellen Leonhardiritt, der bis 1965 alljährlich am 6. November in Leogang durchgeführt worden ist. Nachdem die Landwirte nach und nach die Pferde gegen Traktoren ausgetauscht hatten, waren zu wenige Pferde für den Umtritt vorhanden und so verschwand dieses Brauchtum aus dem Jahreskalender. Nun erlebt der Leonhardiritt eine neue Blütezeit. Der Leoganger Leonhardiritt findet jedes Jahr am 6. November (auch werktags!), zum Ehrentag des Hl. Leonhard, statt.

ANNO 1900 kam aber auch auf das Zweirad - ob motorisiert oder nicht, Hauptsache, sie sind alt. An schönen Sommertagen cruisen sie gerne mit ihren Drahteseln durch die Gegend.


Urlaub auf dem Bauernhof

Der Urlaub auf dem Bauernhof ist beliebt wie eh und je:

  • Ehrliche Menschen, preisgünstige Unterkünfte,  hausgemachte Produkte, kinderfreundliche Einrichtungen und pure Natur. Die Kleinen fasziniert das Landleben mit all den Tieren, Traktoren und Spielmöglichkeiten und verbringen den lieben langen Tag in der freuen Natur, bis sie nach einem ereignisreichen Tag müde ins Bett fallen. Die Erwachsenen können die traumhafte Landschaft genießen und dabei den stressreichen Alltag vergessen.

Ab-Hof Verkäufe Zu den Bauernhöfen  


Bauernmarkt

Jeden Freitag findet von April bis Oktober am Rathausplatz in Saalfelden ein Bauernmarkt statt. Die einheimischen Bauern bieten dort ihre hausgemachten Köstlichkeiten an: Käse, Wurst, Knödelvariationen, Honig, Bladl, Kürbiskernprodukte, Ziegenmilchprodukte, Obst, Gemüse, selbstgemachter Schmuck, Drechslerarbeiten uvm.


Impressionen

Neue Regionstracht

Saalfelden Leogang ist als Urlaubsregion bekannt, die sich um einen Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne bemüht. Dokumentiert wird dies seit kurzem auch durch eine neue Regionstracht, welche die Leoganger Kleidermacherin Regina Wienerroither den Saalfeldner und Leoganger Touristikern auf den Leib geschneidert hat. Wienerroither ist die kreative Kraft hinter allen Entwürfen mit dem von ihr eigens kreierten ecrufarbenem Stoff und dem für Saalfelden Leogang typischen Löwenkopf-Motiv. Die Kollektion umfasst Damen- und Herrenmodelle in unterschiedlichsten Varianten. Die Schnittführung, aller Modelle orientiert sich an alten Trachten. Die Ausformung ist jedoch erfrischend locker und leger – typisch für die Freizeitmode des 21. Jahrhunderts.

Zur Trachtenmanufaktur

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