6 Geschichten rund um den JAZZ SAALFELDEN WEEKENDER

"Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt." Und: "Ende gut, alles gut!" Diese zwei Sätze beschreiben im Großen und Ganzen diesen Jazz-Sommer in Saalfelden Leogang. Die Hoffnung auf ein Jazzfestival im August gaben wir am 17. April auf, umso größer war die Freude, als Ende Mai bekanntgegeben wurde, dass wir doch etwas Kleines, aber Feines auf die Beine stellen können. Der Sommer war gerettet. Und so kann ich auch heuer ein paar Kurzgeschichten erzählen.

1. Manu Delagos zweiter Auftritt

Ich fange gleich mal mit einer richtig coolen Geschichte an. Nach dem Weekender wurden wir darauf aufmerksam, dass der Auftritt von Manu Delago in Saalfelden gar keine Premiere war. Schon vor 33 Jahren eroberte der damals 3-jährige die Bühne in Saalfelden. In der Pause eines Konzerts erklomm er den Stuhl des Schlagzeugers und zeigte Pubilkum, Artists und Technik gleich mal wo die Jazz-Zukunft zu finden ist. Darüber wurde sogar im Jazz Live Magazin von 1987 berichtet.

2. Wort des Jahres: Covid-Präventions-Konzept

35 Seiten umfasste das Covid-Präventions-Konzept für den JAZZ SAALFELDEN WEEKENDER. Zwei Kolleginnen machten dafür die Ausbildung zur Covid-Beauftragten und wir holten uns sogar Unterstützung von einer Firma, die sich darauf spezialisiert hat. Auf diesen 35 Seiten wurde festgelegt, welche Maßnahmen getroffen werden und welche Regeln gelten. Zu diesen zählte unter anderem, dass wir einen Isolationsraum hatten. Es gab überall ein Einbahn-System und insgesamt wurden 8.092 Tickets, Tagespässe und Platzkarten gescannt. Um unsere Maßnahmen umsetzen zu können, benötigten wir 22 Desinfektionspender, 35 Liter Desinfektionsmittel und 200 Stück septDES Gel (Danke an die Firma Hagleitner, die uns 17 Spender, die Nachfüllungen und die septDES Gels sponserte!). Weiters hatten wir 30 Packungen Einweghandschuhe und 30 Packungen Einweg-Mund-Nasen-Schutz. Von unseren "Smile - It's time for music"-Masken wurden 130 Stück verkauft.

Nochmals ein riesengroßes DANKE, dass sich alle so vorbildlich an unsere Maßnahmen gehalten haben!

3. Unterstützung für die österreichische Musikszene

Mit einem Anteil von 70 Prozent waren heuer vorwiegend österreichische Musiker auf unseren Bühnen zu finden. Und das ist gleich aus mehreren Gründen gut so! Erstens, hatten wir da die größte Planungssicherheit. Zweitens - und noch viel wichtiger -, wollten wir die österreichische Kulturszene unterstützen! Für viele Bands und Artists war ihr Auftritt beim JAZZ SAALFELDEN WEEKENDER der erste in diesem Sommer. Das war für uns eine große Ehre. Und das spürte man. Es war eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre bei den heurigen Konzerten. Ein bisschen ehrfurchtsvoll, aber vor allem waren alle - Veranstalter, Publikum und Musiker gleichermaßen - froh, endlich wieder live Musik zu konsumieren und zu produzieren.

4. Die Maskenpolizei

Ich war so streng, was die Einhaltung unserer Maßnahmen betraf, dass ich mir sogar den Spitznahmen "Maskenpolizei" verdiente. Vier Besucher des Festivals nahmen mir meine forsche, aber hoffentlich doch charmante, Art, sie auf die Maskenpflicht hinzuweisen, zum Glück nicht übel. Wir trafen uns sogar noch einige Male und es wurde zu unserem Running-Gag. Beim letzten Konzert machten wir sogar noch ein Foto gemeinsam - natürlich mit Maske und Abstand. Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr zum 41. Internationalen Jazzfestival Saalfelden wieder, dann vielleicht sogar ohne Maske - wer weiß.

5. Die Suche nach dem A-Ständer

Beim Aufräumen am Montag sammelten wir alle unsere Sachen von den verschiedenen Locations wieder ein. Am Ende bemerkten wir, dass uns ein A-Ständer abgeht. Unser Praktikant Patrick suchte ganz Saalfelden danach ab, aber der Ständer war nicht auffindbar. Wir ließen schon alle Hoffnung fahren und waren der Überzeugung, dass ihn jemand geklaut hatte. Bis dann zwei Tage später der Brandlhof anrief und uns fragte, ob der A-Ständer bei ihnen uns gehört. So war es und wir rätseln noch heute, wie er dorthin kam.

6. Mehr als "nur" Jazz

Beim ersten Ankündigungsposting zum Programm des WEEKENDERs auf Facebook ernteten wir einige negative Kommentare. Der schlimmste für mich war: "Voodoo Jürgens??? Jazz??? Fallen euch wirklich keine besseren KünstlerInnen ein? Mir fallen sehr viele bessere ein. Vor allem die, die etwas mit dem Genre zu tun haben. Voodoo ist vollkommen unpassend. Ein Grund nicht zu kommen!!!!!" Ich war entsetzt, denn wir haben all unseren Mut zusammen genommen und den Schritt gewagt heuer ein Festival zu veranstalten - mit allen Risiken - und dann kommen Kommentare wie dieser. Doch zum Glück sprang uns unsere großartige Community sofort bei! Denn der JAZZ SAALFELDEN WEEKENDER war ein Musikfest für alle - von Jazz bis Pop - und es war grandios! Es war wirklich für jeden etwas dabei und genau das, was wir diesen Sommer gebraucht haben! <3

Bilder: Michael Geißler & Manuel Treffer