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Wirtschaft fordert klares Signal für die Innenstadt

10.11.2014

Zum dritten Mal trafen sich Politiker, Unternehmer und Bürger vergangenen Dienstag, um im Rahmen des Projektes „Masterplan Stadtkern“ über die Zukunft der Saalfeldner Innenstadt zu diskutieren. Stadtmarketing-Experte Stefan Lettner informierte über Wirtschaftszahlen und Trends. Laut einer aktuellen Kaufkraftstudie bleiben 86 Prozent der Kaufkraft der Bevölkerung in Saalfelden. „Das ist ein sehr guter Wert“, versicherte Stefan Lettner. „Aber diese Zahl ist seit der letzten Erhebung im Jahr 2005 um 4 % zurückgegangen.“ Hier spielt vor allem die Entwicklung in Zell am See eine wesentliche Rolle. Durch das Handelszentrum in Schüttdorf und Frequenzbringer wie H & M und Media Markt sind einige Millionen Euro Umsatz in die Bezirkshauptstadt gewandert. Die Verkaufsflächen sind in Saalfelden in den vergangenen 9 Jahren angewachsen. Um 26 % an der Peripherie und 15 % in der Innenstadt. Im gesamten verfügt die Stadt über rd. 45.800 m² Verkaufsfläche.

 

Was setzt der Innenstadt zu?


Die Einkaufszentren auf der grünen Wiese, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten auch in
Saalfelden entstanden sind, zählen zu den Feinden einer belebten Innenstadt. Soweit, so
klar. Was dem Fachhandel ebenfalls zusetzt, ist das Einkaufen im Internet. Stefan Lettner
verweist auf eine Studie über das Einkaufsverhalten der Österreicher: 54 % aller
Konsumenten zwischen 16 und 74 Jahren gaben an, in den vergangenen 12 Monaten im
Internet eingekauft zu haben. Der dritte Trend, der einer Innenstadt schadet, ist die
Nachfolgeproblematik. Viele Unternehmer finden für Ihre Betriebe keine Nachfolger. Das ist
leider auch in Saalfelden zu beobachten. Metzger, Hutmacher, Schuster, und andere
traditionelle Betriebe sind großteils aus dem Ortsbild verschwunden.

 

Zielgruppe: „Value Shopper“


Als „Value Shopper“ bezeichnet man Konsumenten, die bewusstes Qualitätsdenken
auszeichnet. Workshop-Leiter Stefan Lettner rät den Kaufleuten, sich auf diese Zielgruppe
zu konzentrieren. „Es macht für die Fachgeschäfte im Zentrum keinen Sinn, sich an den
‚Geiz-ist-geil-Konsumenten‘ zu orientieren. Wir müssen jene Zielgruppe ansprechen, die
Fachberatung, Service, Aufenthaltsatmosphäre und das gastronomische Angebot beim
Einkaufen schätzen. Hier kann eine Innenstadt punkten.“ Gerade bei der
Aufenthaltsatmosphäre gibt es in Saalfelden noch viel zu tun, sind sich alle Workshop-
Teilnehmer einig. Hier geht es auch um Inszenierung. „Wenn wir keine historischen
Fassaden zur Verfügung haben, müssen wir eben die vorhandenen verschönern und
öffentliche Plätze entsprechend inszenieren“, schlägt Experte Stefan Lettner vor. Das wäre
zum Beispiel durch mutige Beleuchtungskonzepte oder auch Wasserspiele möglich.

 

Ja zur Innenstadt – nein zur grünen Wiese


Erwartungsgemäß gab es beim Workshop auch einige Forderungen an die Politik. Das
wichtigste Anliegen der Unternehmer war jenes nach einem starken Signal.
Immobilienentwickler Herbert Mair forderte eine klare Botschaft: „Die Stadtgemeinde muss
sich dazu bekennen, dass in die Attraktivierung des Zentrums investiert wird. Gleichzeitig
dürfen keine weiteren Supermärkte auf der grünen Wiese mehr genehmigt werden.“ In das
gleiche Horn bliesen auch Modeunternehmer Claus Candido und Raiffeisen-Chef Georg
Hörl: „Die Gemeinde muss Sicherheit für Investitionen im Zentrum schaffen. Dann wird auch
die Wirtschaft mitziehen.“ Bürgermeister Erich Rohrmoser sicherte bereits für 2015 erste
Investitionen der Stadtgemeinde zu: „Wir haben 200.000 Euro für Maßnahmen in der
Innenstadt budgetiert und wir werden auch in den Jahren darauf kontinuierlich Geld zur
Verfügung stellen.“ Ganz ohne Steuergeld möchte Michael Lageder vom Blumenhaus
Schwaighofer für ein attraktiveres Ortszentrum sorgen. Er bot der Stadtgemeinde an,
kostenlos eine Blumengestaltung auf einer Verkehrsinsel am Ortseingang durchzuführen
sowie Blumensäulen entlang eines Straßenzuges zu errichten. Bürgermeister Erich
Rohrmoser nahm dieses Angebot dankend an und freute sich über die ersten Früchte des
Masterplan Prozesses: „Dieses Angebot eines Unternehmers ist ein hervorragendes
Beispiel, was der Masterplan bewirken soll: eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen
Stadtgemeinde und Wirtschaft. Ich bin überzeugt, wir können unseren Stadtkern in den
nächsten Jahren aufblühen lassen!“

 

 

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