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Gullivers Reisen

14.07.2016

Bis in die Nacht hinein wurde geschraubt und fixiert - schließlich sollte „Gulliver“ seine erste „Salzburger Reise“ gut überstehen. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz präsentierten Theater ecce-Impressario Reinhold Tritscher und der Geschäftsführer des Europark, Christoph Andexlinger, die bewegliche Riesenpuppe, die in den kommenden Monaten durchs Land ziehen soll. Ab dem 13.Oktober wird Gulliver auch in Saalfelden Leogang sein.

„Gullivers Reisen“, die sozialkritische Satire von Jonathan Swift dient dem Theater ecce als Folie für eine zeitgenössische Betrachtung Salzburgs. Die Figur des Gulliver als Platzhalter für Abenteuerreisende, Touristen, Armutsmigranten, Wirtschaftsflüchtlinge, Kriegsflüchtlinge oder Künstler, die auf Tournee Station machen, Gastarbeiter und Einheimische, die sich in ihrer Heimat „fremd“ fühlen. 

Jonathan Swift hat seinen Roman in vier Teile gegliedert, bekannt ist bei uns vor allem die Kinderbuch-Ausgabe mit den Reisen ins Land der Zwerge (Liliput) und ins Land der Riesen (Brobdingnag). Die Reisen auf die Inseln Laputa, Balnibarbi, Luggnagg, Glubbdudribb und Japan wie auch die Reise zu den Houyhnhnms (Pferde) sind nur wenigen geläufig. Alle Abenteuer haben etwas gemein: Jede Reise des Lemuel Gulliver beginnt damit, dass er in einer für ihn völlig fremden Welt strandet und unweigerlich plötzlich zunächst der Fremde, der Außenseiter, der Eindringling ist. Wo sind diese „Fremden“ hier in Salzburg? Und: Wer sind sie? Touristen, Migranten, Künstler, die hier auftreten und manchmal selbst wir, als „Fremde im eigenen Land“.

„Trotz aller Sozialkritik - ich sehe ‚Gulliver‘ auch als poetisches Projekt. Die Figur des Gulliver soll beobachten, unerwartet auftauchen und allein durch seine Anwesenheit kommentieren“, so Regisseur Reinhold Tritscher. „Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle den Schöpfer unseres Gulliver, nämlich Alois Ellmauer, einmal in den Vordergrund stellen. Er ist wohl einer der best verstecktesten Künstler Salzburgs, denn kaum jemandem ist bewusst, dass Lois sowohl für Julian Crouchs ‚Jedermann‘ wie auch für Ilya Kabakov gearbeitet hat bzw. arbeitet.“

„Gullivers Salzburger Reisen“ ist als partizipatives Jahresprojekt im Rahmen von Salzburg 20!6 konzipiert. In vorbereitenden Workshops haben bislang Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen, mit und ohne Behinderung, Migranten und Schüler ihre Version des Gulliver entwickelt. Anbei finden Sie auch einen Dropbox-Link mit einer Foto-Auswahl (Fotos, honorarfrei: ecce/A.Hauch) dazu. 

https://www.dropbox.com/sh/j0yjfhht3o0blvx/AAAEEZASfE7yNP4K1h-TpqR5a?dl=0

Ab sofort wird „Gulliver“ in Stadt und Land Salzburg unterwegs sein um das Zeitgeschehen zu beobachten. Kultur- und Sozialvereine, Unternehmen, Gruppen von Privatpersonen, die Gulliver zu einer Veranstaltung, einer Spendenaktion, oder einfach nur zu einer Wanderung ins nächste Dorf oder zu einem gemütlichen Beisammensein einladen wollen, sind aufgerufen, sich beim Theater ecce zu melden. Auch Anfragen von Einzelpersonen, die satirisch auf Missstände oder besondere Leistungen hinweisen wollen, sind willkommen (Kontakt: +43 / 664 / 57 40 703 oder info@theater-ecce.com).

Diese „Reise“ des Gulliver wird fotografisch dokumentiert. Nach- und mitzuverfolgen ist die Reise auf einer eigens für das Projekt angelegten Homepage www.gulliver-salzburg.at 

Anbei finden Sie einen etwas ausführlicheren Pressetext, die Biografie von Alois Ellmauer, dem Schöpfer der Riesenpuppe und ein honorarfreies Foto des Gulliver selbst. Fotonachweis: ecce/A.Hauch.

 

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