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Jazzfestival Saalfelden

Internationales Jazzfestival Saalfelden Rathausplatz

Imposante Bergkämme, glasklare Luft und Jazz – eine verlockende Kombin...

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Immer pünktlich zum letzten Augustwochenende verwandelt sich die 16.000 Seelenstadt Saalfelden für insgesamt vier Tage zum Nabel der Jazzwelt. Das Festival bildet bereits seit über 36 Jahren einen Fixpunkt im europäischen Musikkalender, insbesondere deshalb, da der Jazzbegriff hier seit jeher sehr offen interpretiert wurde.

Man versteht sich als Bühne für das Experiment, für das Neue und Ungewöhnliche. Hier versucht man am Puls der Zeit zu programmieren und immer wieder neue Tendenzen zu zeigen, um sich so mit der Vielschichtigkeit des Jazz und seiner zahlreichen Stilrichtungen auseinanderzusetzen.

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Jazzfestival Saalfelden

38. Internationales Jazzfestival Saalfelden 24. - 27. August 2017

Seit mehr als drei Jahrzehnten, immer pünktlich Ende August, eilen Musiker aus aller Welt in die 16.000 Seelenstadt um mit ihren erfrischenden und bun

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Musik und Kultur

Die Urlaubsregion Saalfelden Leogang mit dem alljährlichen Jazzfestival ist ein musikalischer und kultureller Ort der Begegnung. Sie schafft gezielt Räume für die Kommunikation – sei es in Form von Diskussionen, des Gedankenaustausches, konzentrierten Zuhörens oder des Nachdenkens.


Mekka der internationalen Jazz-Szene - Eine Geschichte zum Festival

JAZZ-FANS AUS DER GANZEN WELT pilgern jedes Jahr hierher. Das „Internationale Jazzfestival Saalfelden“ ist nämlich seit über 30 Jahren das kulturelle Aushängeschild der Region – und ebnete den Boden für Kunst und Kultur der unterschiedlichsten Richtungen.

Demokratie des Jazz.

Ein wenig sonderbar mag es schon anmuten, wenn der Lederhosenträger auf dem Saalfeldener Rathausplatz zu den Klängen Fatima Spars Balkan-Jazz im Takt wippt. Hinreißend auch die rüstige Mittsiebzigerin, die plötzlich den Rhythmus der Wiener Tschuschenkapelle im Blut zu haben scheint. Genial, wie fünf Kinder die von Klezmer Musik inspirierten Darbietungen Daniel Kahns zu einem neuen Ringelreih- Tanz inspiriert. „Stimmiger“ schon die Kombinationen im Bereich der Hauptbühne. Denn der schlaksige Typ mit Kippa auf dem Kopf kann eindeutig als Jazz-Fan ersten Ranges erkannt werden. Obwohl sich zur „Jahreszeit des Jazzfestivals“ zahllose Menschen aus der Jazz-Szene – Musiker, Agenten, Journalisten, Labelbetreiber –tummeln, herrscht hier dennoch so etwas wie eine „Demokratie des Jazz“. Gratis-Konzerte auf dem Rathausplatz, „Short-Cuts“ im Kunsthaus Nexus, Konzerte auf Almen und Bauernhöfen und Live-Übertragungen

der Main-Acts ins Zelt vor dem Congress machen es zu einem Fest für jeden. So mancher, der sich einst mit Vorurteilen und Berührungsängsten herumgeschlagen hat, ist in Saalfelden schon der Jazzmusik und dem Jazz als Lebensstil „verfallen“.

AUF DER SPUR DES WOW-EFFEKTS.

„In Saalfelden war schon alles, was in der Szene Rang und Namen hat“, sagt Michaela Mayer, die gemeinsam mit Mario Steidl die Intendanz des Festivals innehat. Jazz-Götter wie Elvin Jones, Ornette Coleman und Henry Threadgill gaben sich hier bereits „die Instrumente in die Hand“. Dennoch hat man es geschafft, das Festival nie zu einem Aufmarsch des schon Bekannten werden zu lassen. Immer noch bezeichnen internationale Genre-Kenner die Veranstaltung als „Slow Food“ des Jazz – eine „Delikatesse“. Das Internationale Jazzfestival Saalfelden war und ist ein Nischenfestival. Mario Steidl: „Bei uns bekommen auch Stars keine Bühne, nur weil sie Stars sind, aber eigentlich seit Jahrzehnten nichts mehr Neues zu sagen haben.“

FREUDE AM RISIKO.

Jazz ist in Saalfelden kein bloßer Musikstil, sondern eine Haltung. „Es geht auch darum, wie man mit Musik umgeht. Jazz heißt, Freude am Risiko zu haben und Neues auszuprobieren. Diese Musikrichtung steht für Freiheit und Grenzenlosigkeit, für den Regelverstoß. Deshalb gehört der klassische Free Jazz ebenso zu diesem Musikstil wie eine Laptop-Improvisation. Es geht uns da - rum, Musik auf die Bühne zu bringen, die neue Wege sucht, die nicht stillsteht – um die Freude am Experiment. Wir stellen keine kommerziellen Projekte auf die Bühne.“ Leicht macht es sich das Intendanten- Paar dabei nicht. Hunderte von CDs schneien den beiden im Lauf eines Jahres ins Kunsthaus Nexus – denn auch das leiten sie gemeinsam. Gewissenhaft hören sie in alle hinein. „Dabei begeben wir uns auf die gezielte Suche nach besonderen Projekten. So finden bei uns immer wieder geniale Premieren statt. Das ist natürlich auch ein Risiko und kann schiefgehen – aber das gehört dazu“, so Steidl.

DRAMATURGIE DER MUSIK.

Mit dem Ende eines Jazzfestivals beginnen bereits wieder die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Einige Projekte, die unbedingt auf die Bühne gebracht werden sollen, bilden die „Eckpfeiler“, um die sukzessive das weitere Programm aufgebaut wird. Danach wird’s schwieriger, sagt Mayer: „Wir arbeiten sehr stark mit einer Dramaturgie und daher müssen die Projekte zueinander passen. Wir sitzen tage- und nächtelang vor dem PC und sind auf der Suche im Internet, besuchen andere Festivals – so lange, bis wir fündig werden.“

BESONDERHEIT ALMKONZERTE.

Im Jahr 2006 übersiedelte das Jazzfestival von der Peripherie ins Zentrum Saalfeldens. Dabei schuf man einige Neuheiten und so manche Besonderheit. Dazu zählen zum Beispiel die Almkonzerte. Diese „musikalischen Leckerbissen“, bei denen an ungewöhnlichen Schauplätzen wie Almen oder Bauernhöfen aufgespielt wird, setzen einen Kontrapunkt zur neuen Location in der Stadt und beziehen die herrliche Naturkulisse der Region mit ein. Seit 2008 gibt es sogar ein Hoffest im Rahmen des Jazzfestivals. Dort spielt die einheimische Eisenbahner-Kapelle neben Jazz-Formationen auf. Heimische Bäuerinnen bereiten köstliche Schmankerl aus der Region zu und eingefleischte Jazzfans verzehren diese zum Frühstück.

OFFEN FÜR NEUES.

Nicht nur half das Jazzfestival Vorurteile von Einzelnen zu begraben, auch prägte es eine grundsätzliche Haltung in der Region. Durch die Offenheit für immer wieder Neues und Unbekanntes wurde etwa überhaupt erst der Bau des Kunsthaus Nexus möglich. Wer würde im Innergebirg schon damit rechnen, solchen „Zwölfendern“ der bildenden Kunst zu begegnen wie Arik Brauer oder dem angesagten Objektkünstler Erwin Wurm? Sie – und viele weitere Größen haben im White Cube des Nexus bereits ausgestellt. Was so eine „Demokratie des Jazz“ sonst noch alles mit sich bringt, ist in den Museen, Ausstellungen und bei vielen Events in und um Saalfelden Leogang in Erfahrung zu bringen...

Musikalische Grenzüberschreitung - die Anfänge des Jazzfestivals

Wer denkt, Jazz ließe sich nur in einem extrovertierten Künstlerviertel einer amerikanischen Millionenstadt authentisch präsentieren, der irrt.

Freigeister der bunten Vielfalt, die Grenzen brechen und dem Gewöhnlichen die kalte Schulter zeigen, gibt es überall auf dieser Welt. In Saalfelden trifft alljährlich eine Selektion experimentierfreudiger Musiker zusammen, die dem Mainstream strotzen. Sie wagen auf hohem künstlerischen Niveau Neues und setzen klare Akzente der Individualität. Vom 27. bis 30. August 2015 wird das Pinzgauer Städtchen bereits zum 36. Mal zur Metropole der Jazzszene und zeigt sich stolz und etabliert.

Das Besondere am Jazzfestival Saalfelden ist, dass du Sachen hörst, die du sonst nirgendwo hörst. Die Bühne fördert das Experiment und es wird reiner Jazz gespielt. Kein Pop, kein Rock, kein Mischmasch – reiner Jazz in seinen facettenreichen Variationen, Nova und Interpretationen.“ Intendant Mario Steidl hält seit 2006 gemeinsam mit Michaela Mayer die Zügel der künstlerischen Leitung in den Händen. Sie setzen voll und ganz auf das Ungewöhnliche, Neue sowie Anspruchsvolle und spannen gleichzeitig den Spagat zur geografischen Lage des Ortes. Die rund 15.000 Besucher lauschen den Klängen nicht nur auf der Mainstage im Congress, den begehrten Shortcuts im Kunsthaus Nexus und der für alle zugängigen und kostenlosen Citystage am Rathausplatz – nein, es wird auch auf vier verschiedenen Almen musiziert. Der unverkennbare Hype, der sich in den letzten drei Dekaden formte, begeistert mittlerweile Gäste aus ganz Europa.

Novum est Omen

Die ausgewählten Musiker werden nicht nach deren Bekanntheitsgrad ausgesucht, sondern nach deren „Delikatesse“. So bekommt beispielsweise jedes Jahr ein/e österreichische/r Musiker/in den Kompositionsauftrag, den er/sie als ganz neues, noch nie dagewesenes Projekt am ersten Tag auf der Mainstage im Congress präsentiert. Aber auch alle anderen Konzerte tragen die Note des Neuen und Grenzenlosen in sich und überraschen das anspruchsvolle Publikum mit neuen Interpretationen.

Das Unbekannte macht Geschichte

Wie alles hatte auch das Saalfeldener Jazzfestival einen kleinen, aber enthusiastischen Anfang. Einheimische, junge Individualisten waren es leid, ständig weite Wege auf sich nehmen zu müssen, um guten Jazz live hören zu können. So entschlossen sie sich 1975 dazu, das bis dato schier Unbekannte nach Saalfelden zu holen. Die ersten Konzerte fanden in der Galerie Simmerl sowie in der HTL statt. Daraus entwickelte sich schließlich das erste Jazzfestival, das am Kreuzhof, von Insidern „Ranch“ genannt, vom 19. bis 21. Mai 1978 unter dem Namen „3 Tage Jazz“ ausgetragen worden ist. Geschäftig arbeiteten ein Dutzend junger Leute mit Hochdruck daran, das landwirtschaftliche Anwesen in ein Festivalgelände zu verwandeln. Das effektivste Werbemittel der damaligen Zeit – die Mundpropaganda – fruchtete: Rund 800 zahlende Gäste aus allen Teilen des Landes erfreuten sich während der drei Tage an den Konzerten des ersten Jazzfestivals in Saalfelden. Ernüchternd waren nur die Zahlen: ein Minus von 60.000,– Schilling wurde erzielt. Um dieses Defizit wieder gut machen zu können und eine Weiterführung des Festivals gewährleisten zu können, wurde noch im gleichen Jahr der Pferdestall des Kreuzhofes in ein veranstaltungstaugliches Jazzlokal umgebaut. Ab diesem Zeitpunkt wurden im Saalfeldener „Jazz-Stall“ regelmäßig Konzerte abgehalten und die „neue Musik“ fing an Fuß zu fassen.

Verrückte Zeitgenossen

Gute Kontakte zur amerikanischen Jazzszene wurden geknüpft und somit kamen immer wieder bekannte Musiker aus den USA nach Saalfelden, um bei den „Verrückten in den Bergen“ zu spielen. Sie schätzten die hiesigen Auftritte nicht zuletzt auch deshalb, da es im Publikum ruhig war. Die Musikstücke wurden aufmerksam mitverfolgt. In den Jazzclubs in New York wurde während der Konzerte laut geredet und gelacht. Nicht zuletzt durch den Gewinn namhafter Musiker etablierte sich Saalfelden in der Jazzszene und das brachte viele neue Gäste. Unter den Einheimischen waren damals nicht nur Sympathisanten zu finden. Die Skeptiker konnten dann aber doch, nicht zuletzt durch die steigenden Nächtigungs- und Umsatzzahlen, an den zuerst so umstrittenen „langhaarigen Gästen“ Gefallen finden.

Jazzmetropole der Alpen

Die Organisatoren waren stets bestrebt, hohe Ansprüche an die künstlerische Qualität des Programms zu stellen. Und genau dieser rote Faden zieht sich bis heute durch und ließ Saalfelden zur Jazzmetropole der Alpen heranwachsen. Seit dem Jahr 2006 haben das Intendanten-Team Mario Steidl und Michaela Mayer die künstlerische Leitung und der Tourismusverband Saalfelden Leogang die organisatorische Leitung des Festivals übernommen. Gemeinsam agieren sie nun effektiver und bringen das Jazzfestival somit Jahr für Jahr auf ein noch höheres Niveau.