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Berge in Flammen

Traditionen in Saalfelden Leogang

Tradition ist von großer Wichtigkeit und sollte auch weiterhin bewahrt werden. Ein alter, lokaler Brauch sind die Sonnwendfeuer, die jedes Jahr zum astronomischen Sommerbeginn die Bergketten des Pinzgaus erleuchten.

Unzählige Feuerstellen im Steinernen Meer und in den Leoganger Steinbergen werden dann entzündet und erhellen die Nacht. Die Tradition stammt aus vorchristlicher Zeit, wobei die Feuer das Sonnenlicht nachbilden und beschwören sollen. Dadurch sollen Wiesen und Feldern Wachstum und Fruchtbarkeit gebracht werden.

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Einzigartiges Schauspiel - die Berge in Flammen

DIE BERGWELT DES PINZGAUS erstrahlt rechtzeitig zum astronomischen Sommerbeginn.
Der Höhepunkt ist ein riesiges Edelweiß, das aus einer Schneegrube im Steinernen Meer flackert.

Rund um den 21. Juni ist Petrus in der Region Saalfelden Leogang ein besonders gefragter Mann. Denn in der christlichen Welt wird ihm die Verantwortung für das Wetter zugeschrieben. Jedes Jahr landen zahlreiche Stoßgebete bei ihm, der Himmel möge zur Sommersonnenwende sternenklar sein. Denn dann bietet die Pinzgauer Bergwelt ein einzigartiges Schauspiel: Die Berge stehen in Flammen.

BESCHWÖRUNG DES SONNENLICHTES.

Unzählige Sonnwendfeuer an den umliegenden Bergketten werden entzündet. Dieses Brauchtum stammt noch aus vorchristlicher Zeit. Die in der Höhe entzündeten Flammen sollen das Sonnenlicht beschwören, um dem Land Wachstum und Fruchtbarkeit zu bringen.

BERGSTEIGERISCHE LEISTUNG.

Was in der „Nacht der Erleuchtung“ so beeindruckend von den Bergen ins Tal strahlt, ist das Ergebnis langer Vorbereitungen. Einer, der seit Jahren diesem Brauch frönt, ist der erfahrene Bergsteiger Klaus Wagenbichler: „Der Brenn-stoff, aus dem die Feuer bestehen, sind Kerzenreste, die wir das ganze Jahr über sammeln. Sie werden mit Holzspänen vermischt und müssen dann auf den Berg gebracht werden. Manche Feuerstellen liegen im extremen alpinen Gelände und der Anmarsch mit dem schweren Gepäck dauert Stunden.“

FLACKERNDES EDELWEISS.

Im Mittelpunkt steht das etwa 100 m breite und 180 m hohe Edelweiß, das mit über 800 Lichtpunkten in der Schneegrube zwischen Persailhorn, Mitterhorn und Breithorn von der Feuerwehr Saalfelden ausgesteckt wird. Wie es die Männer immer wieder schaffen, die Form eines Edelweißes hinzubekommen, bleibt ein Geheimnis. Wagenbichler augenzwinkernd: „Das ist einfach Kunst! Um die Form des Edelweiß im Tal als solches zu erkennen, braucht es Erfahrung und viel Gefühl.“

GEFAHREN DES FEUERBRENNENS.

Gegen 22 Uhr wird die Alpenblume entflammt. Oft ist es weit nach Mitternacht, bis die letzten Flammen erloschen sind und die Brauchtumspfleger ihren Abstieg ins Tal oder zur nächstgelegenen Hütte antreten. Der Rückmarsch in der Dunkelheit erfordert entsprechende Gebietskenntnisse. Wie bei jeder Tour, vor allem nachts, besteht immer die Gefahr, sich zu verletzen. Die örtlichen Freiwilligen Feuerwehren, der Alpenverein, die Naturfreunde und viele weitere Freiwillige nehmen die Gefahren am Berg jedes Jahr aufs Neue in Kauf. Zum Fest am Saalfeldner Ritzensee strömen Hundertschaften, um das beeindruckende Ergebnis der bergsteigerischen Mühen zu bestaunen. Die Asitzbahn in Leogang öffnet an Sonnwend sogar nachts ihre Pforten, befördert „Schaulustige“ auf den Berg und bietet damit einen imposanten Ausblick auf die umliegenden „Berge in Flammen“.