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Brauchtümer in Saalfelden Leogang

Der Advent in Saalfelden Leogang

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Brauchtümer in Saalfelden Leogang

Der Jahreskreis der Pinzgauer Menschen wird immer noch vom Brauchtum geprägt.

Viele Trachtenvereine, Kapellen, Perchtengruppen und andere Saalfeldner und Leoganger Vereine sind bemüht diese Traditionen über Generationen zu erhalten.

Hier haben wir ein paar Geschichten und Brauchtümer näher erklärt...

Das Geheimnis der Raunächte

Den bösen Geistern wird der Garaus gemacht.

Im Pinzgau wird in drei Raunächten für finstere Gestalten und Gespenster die Luft dünn. Die Tradition des „Rachn gehn“ („Rauchen gehen“) wird nämlich in dieser Region schon seit Jahrhunderten als ein Ritual der Reinigung aufrechterhalten und für viele Familien gehört sie zum Jahreswechsel, wie der Hase zu Ostern.

Die Sonne verschwindet gemächlich hinter den Bergen und allmählich bricht die Dämmerung über den 24. Dezember herein. Die Familie sammelt sich in der Küche des Hauses und verharrt andächtig, bis die Räucherpfanne mit glühender Kohle und duftendem Weihrauch gefüllt wird. Danach kann es losgehen. Es ist wieder die Zeit des „Rachn gehn“ gekommen. Dieser Brauch ist im Land Salzburg und weit darüber hinaus bekannt. Von Region zu Region ist jedoch die Anzahl der Raunächte sowie die Vorgehensweise dieses Brauches unterschiedlich. Ziel ist es, die bösen Geister für ein weiteres Jahr zu vertreiben.

Das Ritual.

Traditionell wird im Pinzgau an drei Raunächten die Zeremonie zur Austreibung boshafter Wesen praktiziert. Wer sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte, der sollte in der Weihnacht (24.12.), in der Neujahrsnacht (31.12.) und auch in der Dreikönigsnacht (5.1.) dem Glück ein wenig nachhelfen. Damit den bösen Geistern keine Chance bleibt, ist es von besonderer Wichtigkeit, sich an den genauen Ablauf der einzelnen Prozedere zu halten. Gemeinhin bekannt, versammelt man sich am Abend vor dem gemeinsamen Essen in der Küche des Hauses, um das gesamte Gebäude im Auftrag des Glücks „auszuräuchern“. Die Räucherpfanne wird meist enthusiastisch und voller Entschlossenheit von einem der beiden Elternteile von Raum zu Raum getragen. Dem Vater und der Mutter folgen die Kinder, deren ritueller Auftrag endgültig zur Vernichtung des Bösen und Schändlichen beitragen soll. Sie haben die Aufgabe, die Räumlichkeiten mit Weihwasser zu segnen. Währenddessen die gesamte Familie voranschreitet, wird das Rosenkranzgebet angestimmt, um den religiösen Inhalt dieser Tradition zu bekräftigen. Damit das Haus schließlich vollkommen frei von jeglichen teuflischen Mächten wird, soll noch eine Runde, betend und mit Weihrauch sowie Weihwasser gerüstet, um das Haus gegangen werden.

Segnung für Mensch und Tier.

Auf Bauernhöfen ist es außerdem üblich, den Stall auszuräuchern, diesen wiederum zu umkreisen und die Tiere zu segnen. Aber nicht nur für das Vieh wird prophylaktisch Vorsorge getroffen. Wurde die Stallung gesäubert, begibt man sich zurück in die Küche des Hauses, um dort auch die Häupter der Familienmitglieder mit Weihrauch vor Krankheiten und Schmerzen zu schützen. Das wird bildlich symbolisiert, indem man eine Kopfbedeckung über die rauchende Pfanne hält. Danach wird der Hut oder die Mütze wieder aufgesetzt und dem Wohlergehen für das nächste Jahr sollte nichts mehr im Wege stehen. Die Zeremonie endet mit dem symbolischen Kreuzzeichen auf der Stirn, das mithilfe des Weihrauches aufgemalt wird.

Der Ursprung dieser Tradition.

Ursprünglich handelt es sich bei dieser Tradition um einen keltischen Brauch, bei dem mithilfe des Rauches die Reinigung der Behausung und des Lebensraumes symbolisiert wurde. Man versuchte alle bösen Geister aus seiner Umgebung durch das „Ausräuchern“ zu vertreiben, sodass man mit Glück und Erfolg in ein neues Jahr starten konnte. Natürlich ist in diesem Zusammenhang der Glaube, früher wie auch heute, das starke Glied der Kette. In älteren Geschichtsbüchern wird stets erwähnt, dass sich exakt in den besagten Raunächten dunkle Gestalten und Dämonen umhertrieben. Um Kummer und Leid vorzubeugen, behalf man sich der mystischen Kraft des Rauches bzw. der Energie der glaubensstarken Zuversicht und Hoffnung. In neueren Deutungen dient das „Rachn gehn“ in den Gebieten um Süddeutschland und Österreich vor allem der gläubigen Vorsorge, sodass der Familie Unglück erspart bleibt.

Aberglaube.

Ein besonders wichtiger Faktor im Hinblick auf die sogenannten Raunächte (oft auch Rauchnächte genannt) ist die Vermeidung bestimmter Dinge. So soll beispielsweise das Wäschewaschen bzw. das Aufhängen der Wäsche an diesen drei Tagen unbedingt unterlassen werden, um keinen Schicksalsschlag heraufzubeschwören. Ein altes Sprichwort besagt: „So vü Wäsch auf’n Gong, so vü Häut auf da Stong.“ Dieser Spruch drückt aus, dass man sich unbedingt an diese Regel halten sollte, da ansonsten die Tiere des Hofes zum Sterben verurteilt seien. So erscheint es nur verständlich, dass an diesen Tagen dieser Grundsatz streng befolgt wird. Heutzutage wird das „Rachn gehn“ noch von vielen Familien streng eingehalten, um mit Zuversicht in das neue Jahr starten zu können. Denn wie man weiß, ist ja schließlich jeder seines Glückes Schmied. Neben dem glückbringenden Einräuchern wird am 24. Dezember außerdem eine traditionelle Pinzgauer Speise mit Sorgfalt zubereitet und im Kreise der gesamten Familie genossen. Die Rede ist hier vom sogenannten „Bachlkoch“. Genaueres zu diesem Gericht, dem traditionellen Hintergrund und der Art der Zubereitung, wird im Folgenden zur Sprache kommen.


Vertreiber der Finsternis

„Sei brav, sonst kommt der Krampus und nimmt dich mit.“ Ein Spruch, den man als Kind oft hört. Wahrlich – der Respekt wächst bei jeder Begegnung, wenn die finsteren Gestalten durch die Gegend ziehen. Zum Glück ist der Nikolaus als weiser Herr über die Krampusse immer dabei. Gut und Böse, Kirche und lokales Brauchtum werden hier in ihrer anschaulichsten Form demonstriert. Eine Tradition, der es nicht an Nachwuchs mangelt und die bis heute fast ausschließlich von Männern ausgeführt wird, erlebt Anfang Dezember seinen Höhepunkt: die Krampusläufe.

Rituale zwischen Brauchtum und Christentum

Es mag an der schroffen Landschaftsform liegen, an den Tälern und Bergzügen, die so manche Bräuche überleben ließ. Für Kirche und Regenten waren diese Gegenden zu schwer erreichbar und so  überdauerten sie viele Jahrhunderte. Heute erleben sie beinahe Reliktstatus und werden oft nur lokal zelebriert. Krampusse und Perchten gibt es im alpinen Raum in unzähligen Formen. In manchen Orten wird das Geheimnis nur an Eingeweihte weitergegeben. Einige dieser Bräuche sind sogar von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden. In Saalfelden Leogang haben sich verschiedene Passen (Krampus-Gruppen) formiert, die im Endeffekt aber alle das gleiche Brauchtum pflegen und sich bei  Krampusläufen treffen, um gemeinsam ihren Auftritt zu erleben. Früher waren diese Riten vor allem  Ausdruck einer jahrhundertelangen Auseinandersetzung mit den Unbilden der Natur und der imaginären Geisterwelt. Für viele waren die langen Nächte die verlorenen oder gar toten Nächte des Jahres, wenn der Winter die Landschaft in eisigem Griff hielt. Mit allen Mitteln versuchte man den dunklen Mächten entgegenzusetzen und die Helligkeit, eine neue Fruchtbarkeit und damit das Leben zu beschwören. Heute werden sie als identitätsstiftend und zusammenschweißend in der Dorfgemeinschaft gesehen.

Die Pass – ein Freundschaftsbund

Jährlich am „Krampal-Tag", dem 5. Dezember, treffen sich ca. 15 junge Männer der „Stier-Pass" in Leogang. Sie sind seit vielen Jahren befreundet und zwischen 24 und 32 Jahre alt. Früher gingen sie oft miteinander aus, heute haben sie nicht mehr so viel Zeit, weil einige bereits Familienväter sind. Aber  das Band, das sie immer noch zusammenhält, ist ihre „Stier-Pass“. Sie haben sich mit den anderen vier Passen in Leogang abgesprochen. Jede bekam einen Ortsteil zugeteilt, in welchem sie zwei Abende lang herumziehen. Der Nikolaus kommt auch gerade dazu. Der Traktor mit dem Anhänger, in dem sie transportiert werden, wird gestartet und so fahren sie in die erste Straße.

Von Haus zu Haus

Bei der Kreuzung angekommen, gehen sie gleich auf das erste Haus zu. Ein Mann kommt ihnen entgegen. Der Nikolaus fragt ihn, ob die Nachbarskinder brav waren. Ein Nicken kann man erkennen und eine Erinnerung scheint gerade hochzukommen: „Der Maxi hat mir im Sommer einen Streich gespielt. Er hat ganz viele Nacktschnecken gesammelt und sie in mein Blumenbeet gelegt. Die Sophie ist immer brav. Aber sie könnte etwas fleißiger mithelfen.“ Der Nikolaus bedankt sich und geht mit seiner grimmigen Gefolgschaft zum Nachbarshaus. Sie ziehen in die warme Stube ein. Eltern, Großeltern und Kinder sitzen brav am Tisch. Die Kinder reagieren ganz unterschiedlich. Sophie hat Angst. Max grinst. Der Nikolaus begrüßt die Familie und fragt die Kinder nun selbst, ob sie brav waren. Das Mädchen schaut ganz starr drein und nickt ein wenig. Der Bruder nickt auch etwas nervös. Der Nikolaus beäugt beide prüfend und sagt streng: „Sophie, ich habe gehört, dass du ein artiges
Mädchen bist. Bleib so. Aber ich habe auch eine Aufgabe für dich mitgebracht. Deine Mutter hat viel Arbeit und sie wäre froh, wenn du ihr öfters helfen würdest.“ Dann wendet er sich an Max:  „Maximilian. Von dir höre ich schlimme und gute Geschichten. Du bist ein echter Lausbub. Als Strafe, weil du deinem Nachbarn Schnecken in sein schönes Blumenbeet gelegt hast, musst du jetzt zu den Krampussen rauskommen.“ Der Junge schaut etwas überrascht und ängstlich drein, sieht aber ein,
dass er einen Fehler gemacht hat. Und so steht er mutig auf und geht zu den Krampussen, die ihn mit grollendem Stöhnen empfangen. Ein Krampus tätschelt ihn mit der Rute und stößt ihn sanft zu einem anderen Krampus rüber. Das ist genug. Max hat seine Strafe erhalten und darf wieder zurück zum Tisch, wo er jetzt engelsbrav neben seinem Opa sitzt. Der Nikolaus verteilt an beide Kinder ein Säckchen mit guten Gaben, wünscht eine schöne Adventzeit und verlässt mit den polternden Krampussen das Haus. Nun ziehen sie durch die dunkle Nacht weiter, um bösen Geistern und Kindern die Stirn zu bieten.

Ein Lauf für die Krampusse

Am nächsten Tag, am 6. Dezember, treffen sich die Freunde der Stier-Pass wieder. Dieses Mal in Saalfelden, um mit 200 anderen Krampussen beim großen Krampuslauf der Stadt teilzunehmen. Die verschiedenen Passen präsentieren sich in ihren unterschiedlichsten Formen, denn nicht nur die Masken und Felle sind individuell, sondern auch die Accessoires. Die einen kommen mit   Bengalischem Feuer, Glocken, Schellen, Rossschweif oder Ruten, wieder andere ziehen einen  schweren Wagen mit mehreren Krampussen drauf oder zerren einen Kessel hinter sich her. Auch im Publikum ist die Vielfalt groß – jung, alt, Männer und Frauen verfolgen das Schauspiel, wenn als erster der Nikolaus einzieht und Geschenke an die Kinder verteilt. Erst dann ziehen die Passen ein und werden am Rathausplatz namentlich aufgerufen. Dort können sie dann zeigen, wie gruselig sie sind, wenn sie um das Feuer herumlaufen. Am 7. Dezember findet traditionsgemäß ein ähnlicher Lauf in Leogang statt.

Die richtige Bekleidung

Nach dem Lauf findet ein nettes Zusammentreffen bei Glühwein statt und man findet endlich Möglichkeit Fragen zu lösen, die einem während des Umzugs in den Sinn gekommen sind. Von  Stefan Dum, Obmann der Stier-Pass, erfahre ich, dass die Felle hauptsächlich von Schafen und Ziegen stammen, heute aber auch Wild verwendet wird. Die schweren Masken werden traditionell aus
Zirben- oder Undenholz geschnitzt und mit Steinbock-, Ziegenbock- oder Kuhhörnern gekrönt. Je nach Anzahl der Hörner steigt das Gewicht der Maske auf einige Kilo. Für den richtigen Halt sorgt ein darunter versteckter Bauhelm, der zusätzlich mit Schaumstoff oder ähnlichen Materialien an die Kopfform angepasst wird. Es gibt Passen, die einen eigenen Schnitzer haben, die meisten  organisieren sich jedoch die ihrige bei einem Maskenschnitzer.


Bäuerliche Bräuche

Die folgenden Ausführungen sind ein Auszug aus Beitrag von Hermann Mayrhofer...

...der in der Festschrift „100 Jahre“ Sektion Passau“ im Jahr 1975 veröffentlicht wurde.

  • Der Lichtmesstag am 2. Februar war früher im bäuerlichen Leben ein wichtiger Feiertag. Er war der große bäuerliche Zahltag des Jahres, denn früher war es nicht üblich, Dienstboten monatlich auszuzahlen.
  • Am Karsamstag richteten die Buben schon lange vor Ostern das Osterholz her, um am Karsamstag das geweihte Feuer nach Hause zu bringen. Es war eine Ehre, dieses Holz noch brennend oder wenigstens glimmend in das Heimathaus zu bringen.
  • Der Palmbaum wurde am First des Hauses verwahrt. Bei drohendem Gewinner wurde ein Stück verbrannt um vor Unwetter verschont zu bleiben.
  • Uralt ist auch der Brauch des Abbrennens der Sonnwendfeuer, der auch noch heute immer pünktlich in der kürzesten Nacht des Jahres durchgeführt wird. Der Brauch des Feuerbrennens ist eigentlich heidnischen Ursprungs. Die Lichter sollten das Sonnenlicht beschwören, Wachstum und Fruchtbarkeit bringen. Im Zentrum der Sonnwend steht alljährlich die Schneegrube im  Steinernen Meer, dort wird ein riesiges Edelweiß ausgesteckt, das aber der Dämmerung bis spät in die Nacht weithin sichtbar ist.
  • Unter "Anglöckel Pfinstage" verstanden die Einheimischen die Donnerstage im Advent. In diesen Tagen zogen die Anglöckler mit ihren Liedern von Haus zu Haus, um die vorweihnachtliche Stimmung zu verbreiten.
  • Am 24. Dezember wurde zu Mittag immer das Bachlkoch gegessen, dem man wirksame Lebens-und Gesundheitskräfte nachsagte. Die Tradition des „Rachn gehen“ galt als ein Ritual der Reinigung und wurde in der Weihnacht (24.12), Neujahrsnacht (31.12) und auch in der Dreikönigsnacht (06.01) durchgeführt.  In der Stube wurde die Krippe aufgestellt und am Abend gebetet.